top of page

Der Braunpelikan (Pelecanus occidentalis)

16. Apr. 2024
9 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 29. Sept.

Der Braunpelikan – spektakulärer Jäger der Küsten

Der Braunpelikan (Pelecanus occidentalis) ist einer der auffälligsten Küstenvögel Amerikas. Mit seinem riesigen Schnabel, dem dehnbaren Kehlsack und seinen breiten Flügeln ist er unverwechselbar.

Besonders beeindruckend ist seine Jagdtechnik: Der Braunpelikan stürzt sich kopfvoran aus der Luft ins Wasser, um Fische zu erbeuten. Gemeinsam mit dem nahe verwandten Peruanischen Pelikan gehört er zu den einzigen Pelikanarten, die regelmäßig diese spektakulären Sturzflüge zur Nahrungssuche einsetzen.

Braunpelikane leben überwiegend an Meeresküsten, Buchten, Lagunen und Flussmündungen. Sie sind ausgezeichnete Flieger und gleiten häufig in langen Reihen nur knapp über den Wellen entlang.

Der Braunpelikan ist außerdem eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte des Artenschutzes. Nachdem seine Bestände in Nordamerika im 20. Jahrhundert durch Pestizide stark eingebrochen waren, konnten sie sich nach Schutzmaßnahmen und Beschränkungen problematischer Wirkstoffe deutlich erholen.


Braunpelikan schwimmt ruhig im grünlichen Wasser neben Blättern; sein Spiegelbild ist sichtbar.
Braunpelikan


Der Braunpelikan (Pelecanus occidentalis) gehört zur Familie der Pelikane (Pelecanidae). Innerhalb dieser Familie zählt er zu den kleineren Arten, ist mit bis zu rund zwei Metern Flügelspannweite aber dennoch ein beeindruckend großer Vogel.

Besonders charakteristisch sind der sehr lange Schnabel mit dem dehnbaren Kehlsack, die breiten Flügel und die je nach Alter, Unterart und Jahreszeit wechselnde Färbung von Kopf und Hals.

Anders als die meisten anderen Pelikanarten sucht der Braunpelikan seine Nahrung überwiegend durch Sturzflüge aus der Luft.


Braunpelikan auf Felsen an der Küste; Infografik mit Text zu Lebensraum, Merkmalen und jagendem Sturzflug im Meer.

Verbreitung und Lebensraum

Der Braunpelikan (Pelecanus occidentalis) ist ein typischer Küstenvogel Amerikas. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich entlang der Atlantik-, Golf- und Pazifikküsten sowie über die Karibik und die Galápagos-Inseln.

Besonders häufig nutzt er:

  • flache Küstengewässer

  • Buchten und Lagunen

  • Flussmündungen und Ästuare

  • Häfen, Molen und Sandbänke

  • Mangroven

  • vorgelagerte Inseln und Felsküsten

Braunpelikane halten sich überwiegend in Küstennähe auf. Häufig suchen sie in flachen Meeresgebieten und Ästuaren nach Nahrung, können jedoch auch weiter auf das offene Meer hinausfliegen.

Nach der Brutzeit wandern manche Populationen weit nach Norden. Einzelne Braunpelikane erreichen dann sogar die Küsten Kanadas.


Unterarten und Taxonomie

Das Integrated Taxonomic Information System (ITIS) führt fünf Unterarten des Braunpelikans:

  1. P. o. californicus – vor allem an der Pazifikküste Nordamerikas

  2. P. o. carolinensis – Atlantik- und Golfküsten

  3. P. o. occidentalis – vor allem Karibik und Westindische Inseln

  4. P. o. murphyi – Pazifikküste im nordwestlichen Südamerika

  5. P. o. urinator – Galápagos-Inseln

Der Peruanische Pelikan (Pelecanus thagus), der früher teilweise als Unterart betrachtet wurde, gilt heute als eigenständige Art.


Körpermerkmale und Anpassungen

Der Braunpelikan gehört zu den kleineren Pelikanarten, besitzt aber trotzdem beeindruckende Körpermaße.

  • Körperlänge: etwa 100–137 cm

  • Flügelspannweite: rund 200 cm

  • Gewicht: ungefähr 2–5 kg

  • Schnabellänge: je nach Geschlecht und Individuum etwa 25–38 cm

  • Geschlechter: Männchen sind durchschnittlich größer und schwerer als Weibchen

Sein Körper ist hervorragend an das Leben an der Küste angepasst. Besonders auffällig sind die breiten Flügel, die großen Schwimmfüße und natürlich der außergewöhnliche Schnabel.


Infografik zum Braunen Pelikan auf Felsen am Meer, mit Sachtext zu Verbreitung, Merkmalen und Jagd.


Der riesige Kehlsack

Unter dem langen Schnabel befindet sich der stark dehnbare Kehlsack.

Beim Sturzflug erweitert sich dieser und hilft dem Braunpelikan dabei, Fische zusammen mit großen Mengen Wasser aufzunehmen.

Der Kehlsack kann dabei ungefähr 10 bis 11 Liter Wasser aufnehmen.

Das Wasser wird jedoch nicht mitgeschluckt. Nach dem Auftauchen lässt der Pelikan den größten Teil davon aus dem geöffneten Schnabel ablaufen und schluckt anschließend die zurückgehaltenen Fische.

Der Kehlsack dient außerdem bei der Temperaturregulation und spielt auch bei der Versorgung der Jungvögel eine Rolle.


Gefieder und Farbwechsel

Das Erscheinungsbild des Braunpelikans verändert sich deutlich mit Alter, Jahreszeit und Unterart.

Jungvögel besitzen überwiegend graubraunes bis braunes Gefieder und eine deutlich hellere Unterseite.

Erwachsene Vögel zeigen häufig einen hellen, weißlichen bis gelblichen Kopf. Während der Fortpflanzungszeit können Nacken und Hals deutlich dunkler und kastanienbraun erscheinen.

Besonders auffällig sind die Pazifikpopulationen: Bei ihnen kann sich die unbefiederte Haut des Kehlsacks während der Brutzeit kräftig rötlich färben.

Auch Iris und andere unbefiederte Hautpartien können sich im Verlauf der Fortpflanzungszeit verändern.


Produkttipp: Fernglas für die Vogelbeobachtung

Braunpelikane lassen sich besonders gut an Küsten, Lagunen und Hafenbereichen beobachten. Ein 10×42-Fernglas bietet eine gute Kombination aus Vergrößerung, Lichtstärke und handlichem Format.

Affiliate-Hinweis: Bei einem Kauf über einen gekennzeichneten Partnerlink erhält Vagabundo möglicherweise eine Provision. Für Sie bleibt der Preis unverändert.


Drei Braunpelikane stehen im seichten Wasser, einer öffnet den Schnabel, Braunpelikan Vagabundo.
Braunpelikane





Saisonale Farbveränderungen

Das Aussehen erwachsener Braunpelikane kann sich im Jahresverlauf deutlich verändern. Wie ausgeprägt diese Farbwechsel sind, hängt auch von Unterart und Region ab.

Bei der kalifornischen Unterart (P. o. californicus) sind während der Fortpflanzungszeit besonders auffällige Farben zu sehen:

  • Vor und während der Balz: Kopf mit goldgelbem Ton, dunkler kastanienbrauner Nacken und kräftig rötlicher Kehlsack

  • Brutzeit: die Färbung von Kopf, Hals und unbefiederten Hautpartien verändert sich weiter

  • Nach der Brutzeit: die kräftigen Farben verblassen zunehmend

  • Außerhalb der Brutzeit: Kopf und Hals wirken insgesamt heller und weniger kontrastreich

Bei Braunpelikanen der Atlantik- und Golfküste ist die Haut des Kehlsacks während der Brutzeit dagegen eher dunkelbraun bis grünlich-schwarz.

Diese regionalen Unterschiede machen die Bestimmung einzelner Populationen besonders interessant.



Verhalten und Ökologie


Spektakuläre Jagd im Sturzflug

Der Braunpelikan besitzt eine der eindrucksvollsten Jagdtechniken der Vogelwelt.

Gemeinsam mit dem Peruanischen Pelikan (Pelecanus thagus) gehört er zu den beiden Pelikanarten, die regelmäßig durch Sturzflüge aus der Luft nach Fischen jagen.

Braunpelikane können Fischschwärme aus beträchtlicher Höhe erkennen und aus bis zu etwa 20 Metern, teilweise auch darüber, zum Sturzflug ansetzen.

Beim Eintauchen legt der Vogel seine Flügel eng an den Körper. Braunpelikane drehen sich beim Sturz typischerweise nach links. Häufig wird dies mit dem Schutz der auf der rechten Halsseite verlaufenden Luftröhre und Speiseröhre erklärt; die genaue Funktion dieser Drehbewegung ist wissenschaftlich allerdings nicht abschließend geklärt.

Besondere Luftsäcke unter der Haut helfen, die Wucht des Aufpralls abzufedern und unterstützen den Vogel dabei, schnell wieder an die Oberfläche zu gelangen.

Anschließend lässt der Pelikan das aufgenommene Wasser aus seinem Kehlsack ablaufen und schluckt die gefangenen Fische.


Nahrung

Braunpelikane ernähren sich überwiegend von Fischen, insbesondere von Arten, die sich in Schwärmen nahe der Wasseroberfläche aufhalten.

Je nach Region gehören unter anderem dazu:

  • Sardellen

  • Heringe

  • Meeräschen

  • Menhaden

  • andere kleine bis mittelgroße Küstenfische

Gelegentlich nehmen Braunpelikane auch kleinere Wirbellose auf.

Nicht jede Beute wird durch einen Sturzflug gefangen. Wenn sich Fische unmittelbar an der Oberfläche befinden oder das Wasser für einen Sturzflug ungeeignet ist, können Braunpelikane auch schwimmend Nahrung aufnehmen.


Braunpelikan-Infografik am Meer mit Vogel im Vordergrund, Jagd im Sturzflug und Textkästen zu Nahrung, Flug und Stimme.


Meister des energiesparenden Fliegens

An Land wirkt der Braunpelikan mit seinem großen Körper und den kurzen Beinen etwas schwerfällig. In der Luft zeigt sich dagegen ein völlig anderes Bild.

Braunpelikane sind elegante und ausdauernde Flieger.

Häufig ziehen mehrere Tiere:

  • in langen Reihen

  • in lockeren Gruppen

  • oder in V-Formationen

knapp über der Wasseroberfläche entlang.

Besonders charakteristisch ist das Gleiten entlang der Wellen. Dabei nutzen die Vögel aufsteigende Luftströmungen und wechseln zwischen kräftigen Flügelschlägen und langen Gleitphasen.

Auf diese Weise können sie größere Strecken mit vergleichsweise geringem Energieaufwand zurücklegen.


Stimme

Erwachsene Braunpelikane gehören zu den eher stillen Vogelarten.

Während Auseinandersetzungen, Balz oder Verteidigung des unmittelbaren Nestbereichs können sie jedoch tiefe, raue beziehungsweise heisere Laute äußern.

Wesentlich lauter sind die Jungvögel. Sie machen mit rauen, schrillen Bettelrufen auf sich aufmerksam, wenn sich ein Elternvogel mit Nahrung nähert.

Zusätzlich spielt die Körpersprache bei der Kommunikation eine wichtige Rolle.


Eine Gruppe von Braunpelikanen schwimmt im Wasser, die Flügel ausgebreitet, Braunpelikan Vagabundo.
Braunpelikane



Fortpflanzung und Brutverhalten

Braunpelikane brüten gesellig in Kolonien.

Bevorzugt werden störungsarme Küstenbereiche, insbesondere Inseln, Mangrovenbestände und andere Plätze, die einen gewissen Schutz vor landlebenden Fressfeinden bieten.

Je nach Region befinden sich die Nester:

  • direkt auf dem Boden

  • in niedriger Vegetation

  • in Mangroven

  • in Sträuchern

  • oder auf Bäumen

Die genaue Brutzeit unterscheidet sich erheblich zwischen den verschiedenen Populationen. In tropischen Regionen kann sich die Fortpflanzungsperiode über einen großen Teil des Jahres erstrecken.


Balz und Nestbau

Das Männchen besetzt und verteidigt zunächst einen geeigneten Nistplatz und versucht anschließend, ein Weibchen anzulocken.

Zur Balz gehören verschiedene Kopf-, Hals- und Körperbewegungen.

Nach der Paarbildung sammelt vor allem das Männchen Zweige, Gras und anderes Baumaterial. Das Weibchen übernimmt den größten Teil des eigentlichen Nestbaus.

  • Gelege: meist 2–3, insgesamt etwa 2–4 Eier

  • Brutdauer: ungefähr 29–35 Tage

  • Brutpflege: beide Eltern beteiligen sich

  • Nestlingszeit: etwa 77–84 Tage

  • Flugfähigkeit: ungefähr nach 11–12 Wochen

Eine Besonderheit der Pelikane ist die Bebrütung mit den Füßen: Die Eltern legen ihre stark durchbluteten Schwimmhäute auf beziehungsweise um die Eier.

Die frisch geschlüpften Küken sind zunächst nackt beziehungsweise nur sehr spärlich befiedert und vollkommen hilflos, ihre Augen sind jedoch bereits geöffnet.

Beide Eltern versorgen die Jungvögel mit hochgewürgter Nahrung.


Infografik zum Braunen Pelikan am Meer mit Brut, Nestbau, Küken, Gefahren und Schutz; blaue Küste, viele Textkästen.

Gefährdung und erfolgreiche Erholung

Der Braunpelikan gehört zu den bekanntesten Erfolgsgeschichten des nordamerikanischen Vogelschutzes.

Zwischen den 1950er- und frühen 1970er-Jahren brachen zahlreiche Populationen stark ein.

Dabei wirkten mehrere Pestizide:

DDT beziehungsweise dessen Abbauprodukte führten zu dünneren Eierschalen. Die Eier konnten dadurch während der Bebrütung leichter zerbrechen.

Andere Pestizide wie Endrin wirkten direkt giftig auf die Vögel.

In Louisiana stellten Braunpelikane Anfang der 1960er-Jahre die Brut ein und waren dort bis 1963 praktisch verschwunden.

1968 begann ein großes Wiederansiedlungsprogramm. Zwischen Florida und Louisiana wurden über mehrere Jahre zahlreiche Jungvögel umgesetzt.

Nach dem US-weiten DDT-Verbot von 1972 und weiteren Schutzmaßnahmen erholten sich die Populationen deutlich.

Im Jahr 2009 wurde der Braunpelikan schließlich vollständig von der US-Bundesliste gefährdeter Arten gestrichen.

Heute gilt die Art weltweit als nicht gefährdet – Least Concern.


Aktuelle Gefahren

Trotz der erfolgreichen Bestandserholung ist der Braunpelikan weiterhin verschiedenen menschlich verursachten Gefahren ausgesetzt.

Dazu gehören vor allem:

  • Angelschnüre

  • Angelhaken

  • Ölverschmutzungen

  • Störungen von Brutkolonien

  • Verlust und Veränderung von Küstenlebensräumen

  • Verschmutzung der Meere

Verlassene Angelschnüre können sich um Beine, Flügel oder Schnabel wickeln und schwere Verletzungen verursachen.

Auch Ölunfälle stellen ein besonderes Risiko dar, weil Braunpelikane einen großen Teil ihres Lebens direkt an Meeresküsten, Häfen und Flussmündungen verbringen.

Der Braunpelikan ist seit 1966 der offizielle Staatsvogel Louisianas und gilt dort heute auch als Symbol für die erfolgreiche Rückkehr einer fast verschwundenen Vogelart.


Produkttipp: Fernglas für Küsten- und Vogelbeobachtung

Braunpelikane lassen sich am besten aus respektvoller Entfernung beobachten. Für Küstenvögel eignet sich beispielsweise ein 10×42-Fernglas, das eine gute Vergrößerung mit einem noch handlichen Format verbindet.

Affiliate-Hinweis: Bei einem Kauf über einen gekennzeichneten Partnerlink erhält Vagabundo möglicherweise eine Provision. Für Sie bleibt der Preis unverändert.






Zwei Der Braunpelikan (Pelecanus occidentalis) im Nest und blauen Himmel, Braunpelikan Vagabundo.
Braunpelikan mit Nachwuchs



Nahrungssuche allein oder in Gruppen

Braunpelikane können sowohl allein als auch in der Nähe zahlreicher Artgenossen nach Nahrung suchen.

Über ergiebigen Fischschwärmen stürzen sich manchmal mehrere Pelikane kurz hintereinander ins Wasser.

Der eigentliche Fang erfolgt dabei jedoch überwiegend individuell: Jeder Vogel führt seinen eigenen Sturzflug aus und versucht, die Beute mit seinem Kehlsack zu erfassen.

Damit unterscheidet sich der Braunpelikan beispielsweise vom Amerikanischen Weißpelikan, bei dem koordinierte gemeinschaftliche Fischfangmethoden eine größere Rolle spielen können.


Sozial, aber am Nest territorial

Das Sozialverhalten des Braunpelikans verbindet zwei unterschiedliche Strategien.

Einerseits lebt, ruht und brütet die Art gerne in großen Gemeinschaften.

Andererseits verteidigt ein Brutpaar den unmittelbaren Bereich rund um sein Nest gegenüber anderen Pelikanen.

Die Tiere können deshalb innerhalb einer großen Brutkolonie gleichzeitig ausgesprochen gesellig und territorial sein.


Brutpflege und Paarungsverhalten

Während einer Brutperiode bilden Braunpelikane monogame Saisonpaare.

Beide Eltern beteiligen sich an der Bebrütung und später an der Versorgung des Nachwuchses.

Das Männchen sammelt überwiegend Zweige, Gras und anderes Pflanzenmaterial, während das Weibchen daraus das Nest errichtet.

Je nach Lebensraum kann sich dieses auf dem Boden, in einem Strauch, in Mangroven oder auf einem Baum befinden.

Nach dem Schlupf erhalten die Jungvögel zunächst hochgewürgte und teilweise vorverdaute Fischnahrung.

Mit zunehmendem Alter können sie größere Nahrungsstücke und schließlich ganze Fische aufnehmen.

Die jungen Pelikane werden ungefähr 11 bis 12 Wochen lang versorgt, bis sie flugfähig und zunehmend selbstständig sind.


Infografik zu Sozialverhalten des Braunen Pelikans: Kolonie, Flugformationen, Nest mit Jungvögeln, grüne Info-Kästen


Kommunikation und Konflikte

Erwachsene Braunpelikane sind außerhalb ihrer Brutplätze überwiegend still.

Innerhalb einer Kolonie spielen dagegen sowohl Lautäußerungen als auch Körperhaltungen und Bewegungen eine wichtige Rolle.

Zu den bekannten Signalen gehören:

  • seitliche Kopfbewegungen

  • Verbeugen

  • waagerechtes Anheben des Schnabels

  • Spreizen der Flügel

  • Schnabelstöße oder Schnappen bei stärkerer Bedrohung

  • tiefe, raue Rufe

Viele dieser Signale dienen dazu, den Abstand zwischen benachbarten Vögeln zu regulieren und direkte Kämpfe möglichst zu vermeiden.

Jungvögel sind deutlich lauter als erwachsene Braunpelikane und nutzen auffällige Bettelrufe.


Empfindliche Brutkolonien

Obwohl Braunpelikane an vielen Küsten recht anpassungsfähig erscheinen, können ihre Brutkolonien empfindlich auf Störungen reagieren.

Werden brütende Vögel plötzlich durch Menschen, Boote oder andere Störungen aufgescheucht, können sie ihre Nester hastig verlassen.

Dabei besteht die Gefahr, dass Eier beschädigt oder Jungvögel längere Zeit ungeschützt zurückgelassen werden.

Besonders wichtig sind deshalb:

  • störungsarme Brutinseln

  • ausreichend Abstand zu Kolonien

  • Schutz vor intensiver Freizeitnutzung

  • Erhalt natürlicher Küsten- und Mangrovenlebensräume


Fazit

Der Braunpelikan (Pelecanus occidentalis) verbindet spektakuläre Jagdtechnik, eindrucksvolle Flugleistungen und ausgeprägtes Sozialverhalten.

Sein Sturzflug, der riesige Kehlsack und die Fähigkeit, knapp über den Wellen nahezu mühelos zu gleiten, gehören zu den faszinierendsten Anpassungen unter den Küstenvögeln.

Gleichzeitig zeigt seine Geschichte, wie wirkungsvoll konsequenter Artenschutz sein kann. Nach dem dramatischen Bestandseinbruch durch Pestizide erholten sich viele Populationen deutlich.

Damit dies so bleibt, sind störungsarme Brutplätze, intakte Küstenlebensräume und der Schutz vor Ölverschmutzung und Fischereimüll weiterhin entscheidend.


Infografik zu Brutpflege und Paarverhalten des Braunen Pelikans mit Küken, Nestbau, Fütterung und Warnhinweisen.




Steckbrief des Braunpelikans

  • Name: Braunpelikan

  • Wissenschaftlicher Name: Pelecanus occidentalis

  • Klasse: Vögel (Aves)

  • Ordnung: Pelikanartige (Pelecaniformes)

  • Familie: Pelikane (Pelecanidae)

  • Gattung: Pelecanus

  • Körperlänge: etwa 100–137 cm

  • Flügelspannweite: rund 200 cm

  • Gewicht: ungefähr 2–5 kg

  • Aussehen: überwiegend grau- bis dunkelbraunes Gefieder; sehr langer Schnabel mit großem dehnbarem Kehlsack; Kopf-, Hals- und Hautfärbung verändern sich mit Alter, Jahreszeit und Unterart

  • Verbreitung: Küsten Nord-, Mittel- und Südamerikas sowie Karibik und Galápagos

  • Lebensraum: Meeresküsten, Buchten, Lagunen, Ästuare, Mangroven, Sandbänke und vorgelagerte Inseln

  • Nahrung: überwiegend kleine bis mittelgroße Schwarmfische

  • Jagdweise: spektakuläre Sturzflüge ins Wasser

  • Sozialverhalten: gesellig; häufig in Gruppen, Ruhegemeinschaften und großen Brutkolonien

  • Paarbindung: monogame Saisonehe

  • Gelegegröße: meist 2–3, möglich etwa 2–4 Eier

  • Brutdauer: ungefähr 29–35 Tage

  • Nestlingszeit: etwa 77–84 Tage

  • Flugfähigkeit: ungefähr nach 11–12 Wochen

  • Geschlechtsreife: meist im Alter von etwa 3–5 Jahren

  • Brutpflege: beide Eltern brüten und versorgen die Jungvögel

  • Brutplatz: je nach Region auf dem Boden, in Mangroven, Sträuchern oder Bäumen

  • Schutzstatus: weltweit nicht gefährdet – Least Concern (LC)

  • Besonderheit: Der stark dehnbare Kehlsack kann beim Fischfang ungefähr 10–11 Liter Wasser aufnehmen; vor dem Schlucken lässt der Pelikan das überschüssige Wasser wieder ablaufen.

Infografik zum Braunpelikan mit Foto am Meer und Kästen zu Steckbrief, Größe, Nahrung, Lebensraum, Verhalten und Schutzstatus.








Kommentare


Vagabundo Outdoor Logo: Camping, Outdoor, Fahrradwelt

©2026  Vagabundo - Alle Rechte vorbehalten

  • Instagram
  • Facebook
  • YouTube
bottom of page