
Nationalparks in Deutschland – Wildnis entdecken und Natur verstehen

Nationalparks in Deutschland schützen besondere Landschaften und geben natürlichen Prozessen Raum. Ob Wattenmeer, Buchenwald, Seenlandschaft oder Hochgebirge: Die Schutzgebiete bewahren wertvolle Lebensräume und ermöglichen intensive Naturerlebnisse.
Im Mittelpunkt steht, dass sich die Natur in großen Teilen möglichst ohne menschliche Steuerung entwickeln kann. Wälder dürfen altern, abgestorbene Bäume schaffen neue Lebensräume und natürliche Veränderungen werden Teil der Landschaft. Dabei besteht nicht jeder Nationalpark aus unberührter Wildnis: Viele Gebiete entwickeln sich aus früher bewirtschafteten Landschaften.
Neben dem Naturschutz spielen Forschung und Umweltbildung eine wichtige Rolle. Auf ausgewiesenen Wegen und bei geführten Touren kannst du diese Entwicklung erleben – mit Rücksicht auf Tiere, Pflanzen und die Regeln des jeweiligen Schutzgebiets.

Wie die Nationalparkidee die Welt veränderte
Die Gründung des Yellowstone-Nationalparks in den USA im Jahr 1872 prägte die moderne Nationalparkidee. Große Landschaften sollten dauerhaft geschützt und zugleich für Forschung und Naturerlebnisse erhalten werden.
Weitere Länder folgten: Australien gründete 1879 den heutigen Royal National Park, Kanada schuf 1885 den Vorläufer des Banff-Nationalparks und Neuseeland begründete 1887 den Tongariro-Nationalpark.
In Europa entstanden 1909 in Schweden die ersten Nationalparks. Die Schweiz folgte 1914 mit dem Schweizerischen Nationalpark in Graubünden. Dort gehören strenger Naturschutz, wissenschaftliche Forschung und Information der Besucher bis heute zu den zentralen Aufgaben.
Die Entwicklung der Nationalparks in Deutschland
Ein wichtiger Schritt zum staatlichen Naturschutz war 1906 die Gründung der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen. Zunächst standen vor allem einzelne Naturdenkmäler und ausgewählte Landschaftsbereiche im Mittelpunkt.
Mit dem Nationalpark Bayerischer Wald entstand 1970 Deutschlands erster Nationalpark. Einen weiteren Meilenstein setzte 1990 das Nationalparkprogramm der DDR: Kurz vor der Wiedervereinigung wurden fünf Nationalparks ausgewiesen, darunter Müritz, Jasmund und die Sächsische Schweiz.
Heute gibt es in Deutschland 16 Nationalparks. Gemeinsam schützen sie sehr unterschiedliche Lebensräume – von den Gezeitenflächen der Nordsee bis zu den alpinen Landschaften im Süden.

















