
Verhalten bei einem Eiseinbruch – Überlebenswichtige Sofortmaßnahmen

Eiseinbruch: Selbstrettung, Hilfe und Erste Hilfe
Ein Eiseinbruch ist lebensgefährlich. Der plötzliche Kontakt mit eiskaltem Wasser kann einen Kälteschock mit unkontrolliertem Luftholen und schneller Atmung auslösen. Anschließend können Kraft, Beweglichkeit und Koordination rasch nachlassen.
Entscheidend sind eine kontrollierte Atmung, möglichst freie Atemwege und schnelle Hilfe. Helfende dürfen sich dabei nicht selbst gefährden.
Eiseinbrüche vermeiden
Betritt natürliche Eisflächen nur, wenn sie örtlich ausdrücklich freigegeben sind, und beachte Sperrungen sowie Warnhinweise. Eine überwachte Eisbahn ist die bessere Alternative.
Die Tragfähigkeit lässt sich weder am Aussehen noch an einer einzelnen Dickenmessung zuverlässig erkennen. Strömung, Zuflüsse, Tauwetter und unterschiedliche Eisqualität können gefährliche Schwachstellen verursachen.
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Kinder über die Gefahren aufklären und am Wasser beaufsichtigen.
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Zugefrorene Flüsse, Zu- und Abflüsse sowie erkennbare Schwachstellen meiden.
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Bei Knacken, nachgebendem Eis oder entstehenden Rissen sofort flach hinlegen und vorsichtig auf dem bisherigen Weg zurückbewegen.
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Auch bei einer freigegebenen Fläche nicht allein unterwegs sein.
Eine bestimmte Eisdicke ist keine Sicherheitsgarantie.
Selbstrettung beim Eiseinbruch
Atmung kontrollieren und Halt suchen
Rufe um Hilfe und versuche, Mund und Nase über Wasser zu halten. Breite die Arme auf der Eiskante aus, soweit diese noch Halt bietet. Versuche zunächst, das unkontrollierte Luftholen zu beruhigen.
Ziehe deine Kleidung im Wasser nicht aus. Das kostet Kraft und Zeit; eingeschlossene Luft kann vorübergehend zusätzlichen Auftrieb geben.
Körper flach auf die Eisfläche bringen
Wende dich möglichst in die Richtung, aus der du gekommen bist. Dort hat das Eis dich zuvor getragen – eine erneute Tragfähigkeit ist damit allerdings nicht garantiert.
Lege Unterarme und Ellenbogen weit auf die Oberfläche. Bringe die Beine mit Schwimmbewegungen möglichst nahe an die Wasseroberfläche und versuche, den Körper waagerecht auf das Eis zu schieben.
Griffbereite Eiskrallen können zusätzlichen Halt geben. Sie ersetzen weder tragfähiges Eis noch eine sichere Routenwahl.
Vom Einbruchloch entfernen
Sobald du herausgekommen bist, bleibe flach liegen. Rolle oder robbe vorsichtig vom Loch weg und auf dem bisherigen Weg Richtung Ufer. Stehe auf der gefährdeten Eisfläche nicht auf.
Gelingt die Selbstrettung nicht, halte dich möglichst an der Kante oder einem erreichbaren Hilfsmittel fest und mache Helfende auf dich aufmerksam.


Fremdrettung: Eingebrochenen helfen, ohne selbst einzubrechen
Sofort den Notruf absetzen
Rufe 112 und beschreibe den Unfallort möglichst genau. Nenne das Gewässer, den erreichbaren Uferabschnitt und die Zahl der betroffenen Personen. Bitte weitere Anwesende, Rettungskräfte einzuweisen.
Behalte die Person im Blick. Verschwindet sie unter der Oberfläche, merke dir die letzte sichtbare Position.
Vom sicheren Ufer aus unterstützen
Reiche einen langen Ast, eine Stange oder eine geeignete Leiter, sofern das ohne eigene Gefährdung möglich ist. Alternativ kannst du einen Rettungsring oder eine Rettungsleine zuwerfen.
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Sprich ruhig mit der Person und erkläre, welches Hilfsmittel sie greifen soll.
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Achte auf einen sicheren eigenen Standort.
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Ziehe möglichst gleichmäßig und unterstütze eine flache Bewegung aus dem Wasser.
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Fordere die gerettete Person auf, zunächst liegen zu bleiben und vom Einbruchloch wegzurollen.
Grenzen improvisierter Rettung
Ein Brett oder eine Leiter kann Gewicht verteilen, macht brüchiges Eis aber nicht zuverlässig tragfähig. Auch eine einfache Seilsicherung allein schützt nicht ausreichend.
Annäherungen auf unsicherem Eis sowie Untereis- und Tauchrettungen gehören in die Hände entsprechend ausgebildeter und ausgerüsteter Rettungskräfte. Laufe nicht unvorbereitet zur Einbruchstelle.
Outdoor-Sicherheit: Leitfaden zur Ersten Hilfe bei Eiseinbruch
Ein Eiseinbruch erfordert schnelles und überlegtes Handeln. Um die Überlebenschancen bei einem Notfall im Freien zu maximieren, habe ich die wichtigsten Sofortmaßnahmen für die Selbst- und Fremdrettung sowie die korrekte Erstversorgung nach einer Bergung in einer Übersicht zusammengefasst. PDF zum Herunterladen⇨
Erste Hilfe nach der Rettung aus dem Eis
Bewusstsein und Atmung prüfen
Sprich die gerettete Person an und prüfe, ob sie normal atmet. Halte Kontakt zur Notrufleitstelle und befolge deren Anweisungen.
Bewusstlos, aber normale Atmung: Bringe die Person vorsichtig in die stabile Seitenlage. Halte sie warm und kontrolliere die Atmung fortlaufend.
Bewusstlos und keine normale Atmung: Beginne unverzüglich mit der Wiederbelebung. Schnappatmung ist keine normale Atmung.
Nach einem Ertrinkungsunfall sind Beatmungen besonders wichtig. Wenn du sie beherrschst, beginne mit fünf Beatmungen und fahre bei Erwachsenen mit 30 Herzdruckmassagen und zwei Beatmungen im Wechsel fort. Kannst du nicht beatmen, beginne sofort mit Herzdruckmassagen.
Lasse einen verfügbaren AED holen und folge seinen Anweisungen. Unterbrich die Wiederbelebung dafür möglichst kurz.
Weiter betreuen
Auch eine zunächst ansprechbare Person benötigt nach einem Eiseinbruch medizinische Beurteilung. Achte besonders auf Atemprobleme, anhaltenden Husten, Verwirrtheit und zunehmende Müdigkeit.
Unterkühlung ist kein Grund, notwendige Wiederbelebungsmaßnahmen zu unterlassen. Lebensrettende Maßnahmen haben Vorrang vor dem Wärmeschutz.
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Unterkühlung nach Eiseinbruch: Weiteren Wärmeverlust verhindern
Geschützt und schonend versorgen
Bringe die Person möglichst schonend an einen windgeschützten Ort. Vermeide besonders bei Benommenheit oder deutlicher Unterkühlung unnötige Bewegungen. Lasse sie nicht durch Herumlaufen oder kräftige Übungen „warm werden“.
Isoliere auch gegen den kalten Boden, beispielsweise mit einer Unterlage, trockener Kleidung oder Decken.
Nasse Kleidung vorsichtig ersetzen
Entferne nasse Kleidung in geschützter Umgebung, wenn dies ohne unnötige Bewegung möglich ist. Schneide sie bei Bedarf auf, statt stark an Armen oder Beinen zu ziehen.
Hülle die Person in trockene Kleidung und Decken und ergänze einen Wind- und Nässeschutz. Eine dünne Rettungsdecke ersetzt keine ausreichend isolierende Unterlage.
Getränke und Erwärmung
Warme, gezuckerte, alkoholfreie Getränke kommen nur infrage, wenn die Person vollständig wach ist und sicher schlucken kann.
Vermeide:
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Alkohol.
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Kräftiges Reiben oder Massieren.
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Heiße Bäder und starke Hitze direkt auf der Haut.
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Essen oder Getränke bei Bewusstseinsstörungen.
Betreue die Person bis zur Übergabe an den Rettungsdienst und beobachte Bewusstsein und Atmung.
Fazit
Eiseinbrüche erfordern schnelle Hilfe und konsequenten Eigenschutz. Nach der Bergung zählen freie Atemwege, notwendige Wiederbelebung und Schutz vor weiterer Auskühlung.