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Der Turmfalke (Falco tinnunculus)

Aktualisiert: vor 3 Tagen




Der Turmfalke: Der lautlose Rüttler am Himmel – Jäger der Superlative



Er ist der „Priesterfalke“ der Kirchen und der Akrobat der Autobahnränder: Der Turmfalke (Falco tinnunculus). Fast jeder hat ihn schon einmal gesehen, wie er scheinbar bewegungslos in der Luft „steht“. Doch hinter dem hübschen Falken verbirgt sich ein hochspezialisierter Jäger mit biologischen Superkräften.





🦅 Erscheinungsbild: Ein Falke mit zwei Gesichtern


Der Turmfalke macht es uns einfach, die Geschlechter zu unterscheiden (Geschlechtsdimorphismus):


  • Die Herren: Tragen einen eleganten grauen Kopf und einen grauen Stoß (Schwanz) mit schwarzer Endbinde.

  • Die Damen: Sind robuster und durchgehend in warmen Brauntönen gemustert. Beide beeindrucken mit einer Flügelspannweite von bis zu 82 cm und dem markanten „Falkenbart“ unter den wachsamen gelben Augen.



Turmfalke
Turmfalke

 


Der Rüttelflug: Jagd mit UV-Sicht


Warum „steht“ der Turmfalke in der Luft? Diese Technik nennt man Rüttelflug. Mit schnellen Flügelschlägen und gespreiztem Schwanz scannt er den Boden. Sein Geheimnis: Turmfalken sehen ultraviolettes Licht. Sie erkennen die Urinspuren von Feldmäusen, die im UV-Licht leuchten wie Leuchtreklamen. Einmal fixiert, schlägt der Falke im rasanten Sturzflug zu.




turmfalke bem rüttelflug
Turmfalke im Rüttelflug



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Fortpflanzung: Vom Fels in den Kirchturm



Ab März beginnt die spektakuläre Balz mit Loopings und lauten „Kikiki“-Rufen. Als klassische Kulturfolger nutzen Turmfalken heute:


  • Kirchtürme und Nischen an Hochhäusern

  • Alte Krähennester

  • Spezielle Nistkästen


Das Weibchen brütet etwa 28 Tage lang auf 3 bis 6 rotbraun gefleckten Eiern. Währenddessen ist das Männchen der alleinige Versorger. Die Jungvögel sind nach etwa 30 Tagen flugfähig, bleiben aber noch „Hotel-Mama“-Gäste, bis sie die Jagd perfekt beherrschen.











vitakraft






Wanderlust: Zwischen Heimat und Afrika


Der Turmfalke ist ein Teilzieher. Während unsere heimischen Falken oft als Standvögel im Revier bleiben, ziehen nordische Verwandte bis zu 6.000 km weit nach Subsahara-Afrika. Dieses flexible Zugverhalten macht ihn zu einem der erfolgreichsten Greifvögel Eurasiens.



7 Eier des Turmfalken
Eier vom Turmfalken



Gefährdung: Ein Alarmsignal der Natur


Obwohl er mit 40.000 bis 60.000 Paaren in Deutschland noch häufig ist, gehen die Bestände zurück. Intensive Landwirtschaft, Pestizide und fehlende Brachflächen vernichten seine Nahrungsgrundlage (80% Feldmäuse). Der Schutz von Turmfalken ist daher aktiver Umweltschutz für unsere gesamte Kulturlandschaft.



Der Turmfalke-Steckbrief auf einen Blick

Merkmal

Details

Spannweite

ca. 70 - 82 cm

Gewicht

150 - 300 g

Nahrung

Mäuse, Kleinvögel, Insekten

Brutzeit

April bis Juni (1 Brut/Jahr)

Lebenserwartung

10 - 18 Jahre

Besonderheit

UV-Sicht & Rüttelflug


Turmfalke









Rüttelflug des Turmfalken





Turmfalke fliegt an einer alten Ruine.
Turmfalke in einer Ruine


Steckbrief des Turmfalken


Name: Turmfalke

Lateinischer Name: Falco tinnunculus

Familie: Falkenartige (Falconidae)

Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)

Gattung: Falken (Falco)

Größe: 32 - 38 cm

Gewicht: etwa 200 Gramm (Männchen), etwa 220 - 300 Gramm (Weibchen)

Flügelspannweite: 82 cm

Brut: eine Jahresbrut

Brutzeit: April - Juni

Anzahl der Eier: 4 - 6, manchmal auch 7

Nahrung: Mäuse, kleine Säuger, kleine Singvögel, Käfer, Regenwürmer

Lebenserwartung: 10 - 18 Jahre

Zugverhalten: nur in kalten nördlichen Regionen, Teilzieher

Feinde: Habicht, Marder, Uhu, Mensch, Krähen, Parasiten, Infektionskrankheiten 

Lebensraum: Offene und halboffene Landschaften, Siedlungen und Städte

Bedrohung: Ja, da ein Rückgang an Nahrung und Nistplätzen zu verzeichnen ist 



Turmfalken Paar sitzt auf einem knorrigen Ast.
Turmfalken Paar






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