Naturpark Südeifel: Wo Felsenschluchten flüstern und Geschichte atmet
- 9. Sept. 2023
- 10 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. Jan.
Der Naturpark Südeifel, 1958 gegründet, ist Rheinland-Pfalz’ ältester und Deutschlands zweitältester Naturpark. Als deutscher Teil des länderübergreifenden Deutsch-Luxemburgischen Naturparks erstreckt er sich über 432 km² mit 30.000 Einwohnern – eine Oase aus Buntsandsteinfelsen, Buchenwäldern und Flusstälern, die Schutz und nachhaltigen Tourismus vereint.

Naturwunder: Geologie, Flora & Fauna
Bizarre Felsformationen: Die Teufelsschlucht bei Ernzen ist das Herzstück des Parks. Hier durchwandert man auf der „Teuflischen Acht“ (6 km, 230 Höhenmeter) eine zerklüftete Landschaft aus rostrotem Sandstein, moosbewachsenen Schluchten und 156 steilen Stufen. Trittsicherheit ist Pflicht – nasse Felsen und Laub machen Passagen rutschig!.
Irreler Wasserfälle: Nach der Flutkatastrophe 2021 wurde die zerstörte Holzbrücke durch eine neue Hängebrücke ersetzt. Die Kaskaden der Prüm sind weniger tosend als mystisch – ideal für Picknicks auf polierten Felsbänken.
Ökologische Schatzkammer: Seltene Arten wie Feuersalamander, Schwarzstörche und Wanderfalken leben in den Auenwäldern. Im Frühling blühen Gelbe Anemonen und Lerchensporn an den Flussufern.
Wander-Highlights Südeifel: Von Fels-Abenteuern bis Genuss-Pfaden
Entdecke die spektakulärsten Routen der Region – perfekt strukturiert für jedes Fitnesslevel:
Für Abenteurer & Gipfelstürmer
Felsenweg „Teufelsschlucht“: Ein echtes Highlight! Schlängle dich durch enge Felsspalten und bizarre Klüfte.
Daten: 18 km │ Anspruchsvoll
Bollendorfer Plateau-Tour: Genieße atemberaubende Panoramen entlang der Sauer-Schleifen mit Blick auf die luxemburgischen Beforts-Felsen.
Daten: 20 km │ Anspruchsvoll
Für Familien & Entdecker
Rundweg Nr. 84 (Gentingen): Entspannte Tour durch saftige Wiesen direkt zum idyllischen Ufer der Our.
Daten: 3,8 km │ Leicht
Muße-Pfade: Fünf barrierefreie Wege mit gemütlichen Ruhebänken und spannenden Audioguides – Naturgenuss ohne Grenzen.
Service: Barrierefrei & informativ
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Route | Länge | Schwierigkeit | Highlight |
Teuflische Acht | 6 km | mittel | Jungfernbrücke, Irreler Wasserfälle |
Wanderweg Nr. 71 (Wolsfeld) | 10,5 km | mittel | Nimstal-Blick, Hubertuskreuz |
Prümer Burg Tour | 12,7 km | mittel | Info-Tafeln zur Rittergeschichte |
Kammerwald-Pfad | 10,9 km | mittel | Mystischer Buchenwald, Gaybachtal |

Events & Aktivitäten: Jahreshighlights 2025
Wanderwoche Südeifel (28.9.–3.10.2025): Sechs geführte Touren mit kulinarischen Stopps:
28.9.: „Verwunschene Orte im Prümtal“ (Oberweiler) – Blick vom Beilstein-Aussichtsfelsen.
29.9.: „Bergbaupfade“ (Bleialf) – Relikte des Blei- und Kupferabbaus der 1950er.
2.10.: „Kultur, Kelten, Kellerbier“ (Gilzem) – Museum in Eisenach + Brauerei „Hesers naturtrüb“.
Kosten: 26 € pro Tour (inkl. Guide, Verköstigung).
Neue Outdoor-Ausstellung: Faszinierende Fotos der heimischen Tierwelt, eröffnet Mai 2025.
Kultur & Kulinarik: Mensch und Landschaft
Historische Spuren
Keltensiedlungen: Auf der „Kelten-Tour“ bei Gilzem zeugen Hügelgräber und Wallanlagen von der Eisenzeit.
Westwall-Wanderung: Betonhöcker der NS-Verteidigungslinie bei Kesfeld – Albert Thiex erklärt die kontroverse Geschichte.
Klöster & Kreuze: Das Hubertuskreuz in Wolsfeld und die Burg Prümerburg (10. Jh.) liegen an Weg Nr. 71.
Gaumenfreuden
Eifelbrennerei Bernhard Zender: Probieren Sie „BERNHARDS 1806“ – ein Gin mit Holunderblüten-Aroma.
Gasthaus „Teufels Küche“: Direkt an der Teufelsschlucht. Tipp: Radler auf der Waldterrasse!.
Landgasthaus Oberbillig: Regionale Spezialitäten wie Wildragout mit Sanddorn.
Praktische Tipps für Besucher
Anreise:
Auto: A60/A1 bis Bitburg, dann B51/B257 in die Parkgebiete.
ÖPNV: Busse ab Trier oder Bitburg zu Wanderparkplätzen (z.B. Teufelsschlucht: Ferschweilerstraße, 54668 Ernzen).
Ausrüstung:
Stabile Wanderschuhe (viele Pfade sind wurzelig/steinig!).
Offline-Karten (Apps: Outdooractive oder Teufelsschlucht-App) – Mobilfunklücken in Tälern!.
Regeln:
Kein Camping, offenes Feuer oder Drohnen im gesamten Park.
Baden in Flüssen nur an ausgewiesenen Stellen (z.B. Prüm bei Irrel)
Nachhaltigkeit & Zukunft: Der Park im Wandel
Klimawandel-Anpassung: Neue Hitze- und Starkregen-resistente Bepflanzungen in Privatgärten als Modellprojekt.
Wege-Innovation: Seit 2025 sorgt Wegetechniker David Meyer für instandgesetzte Pfade und ökologisch verträgliche Markierungen (rotes Ilexblatt auf weißem Grund).
Qualitätsoffensive: Der VDN zeichnete den Park 2024 für „Hohe Erlebnisqualität im Einklang mit der Natur“ aus.
Fazit: Warum die Südeifel verzaubert
Der Naturpark Südeifel ist kein Ort der spektakulären Gipfel – sondern der intimen Naturmomente: Wenn Morgendunst über dem Our-Tal hängt, man in der Teufelsschlucht das Echo der Keltensagen hört oder im Brauhaus „Hesers“ naturtrübes Bier mit Blick auf Hopfenfelder schlürft. Hier verbinden sich Luxemburger Weltoffenheit mit Eifler Ursprünglichkeit – und laden ein, Grenzen zu vergessen.
„In der Südeifel misst man Schönheit nicht in Metern, sondern in Moos bedeckten Sekunden.“
🔗 Nützliche Links:
Teufelsschlucht-App (Geologie-Infos unterwegs)
Alle Infos basieren auf aktuellen Daten (Juli 2025) – bei Events bitte Öffnungszeiten prüfen!

Teufelsschlucht & Irreler Wasserfälle: Urgewalten der Südeifel
Die Magie der Teufelsschlucht
Entstehung: Vor 12.000 Jahren stürzten gigantische Sandsteinblöcke vom Ferschweiler Plateau und formten eine 28 Meter tiefe Felsspalte aus 190 Millionen Jahre altem Meeresboden.
Mikroklima: Selbst bei 35°C herrschen in der Schlucht bis zu 20°C weniger – manchmal siehst du deinen Atem als Nebel! Die engen Passagen (teils nur 1 m breit) sind mit Moosen überzogen und wirken wie eine Zeitreise.
Wandererlebnis: Über rutschige Steintreppen und durch bizarre Felsgassen schlängelt sich der Pfad. Trittfestigkeit ist Pflicht – nasse Felsen und Wurzeln fordern Konzentration.
Irreler Wasserfälle: Tosende Dynamik
Naturschauspiel: Die „Wasserfälle“ sind Stromschnellen der Prüm, die über Luxemburger Sandstein kaskadieren. Die Flutkatastrophe 2021 verschob Felsblöcke und zerstörte die alte Brücke – doch die Urgewalt des Wassers blieb.
Neue Hängebrücke: Seit September 2023 spannt sich eine 110 m lange Stahlkonstruktion 16 m über dem Fluss. Sie schwingt leicht unter den Schritten und bietet Blickpunkte auf die tosenden Stromschnellen.
Ökologische Sensibilität: Das Gebiet ist Naturdenkmal und Lebensraum seltener Arten wie Feuersalamander. Baden ist verboten, aber Picknickbereiche am Ufer laden zur Rast

Top-Wanderrouten: Felslabyrinthe & Wasserfälle
Die Region rund um Ernzen und Irrel gehört zu den spektakulärsten Wandergebieten Deutschlands. Hier sind die drei absoluten Must-Go-Routen:
Die Teuflische Acht (Premium-Erlebnis)
Diese Tour verbindet zwei Naturwunder in einer cleveren Schleifenform.
Route: Start am Naturparkzentrum Teufelsschlucht (Parkplatz: Ferschweilerstraße, Ernzen).
Highlights: * Teufelsschlucht: Spektakulärer Abstieg mit der Lauschtour-App (spannende Geo-Infos aufs Ohr!).
Irreler Wasserfälle: Überquerung der modernen Hängebrücke direkt über den Stromschnellen der Prüm.
Hopfenfelder: Wandere vorbei am regionalen "Biergrundstoff" für echte Eifeler Braukunst.
Daten: 6–8 km │ 3–4 h │ Mittel (230 hm) │ Markierung: Gelbe „8“ mit Teufelshörnern.
Felsenweg 6: Die große Herausforderung
Ein zertifizierter Premiumweg für echte Wander-Enthusiasten.
Highlights: Führt durch das Felsenlabyrinth der „Schweineställe“ (entdecke geheimnisvolle historische Inschriften!) und hinauf zur Prümer Burg mit fantastischem Weitblick über das gesamte Prümtal.
Daten: 17 km │ ca. 5,5 h │ Anspruchsvoll.
Großer Rundweg Teufelsschlucht (Familien-Tipp)
Die kompakte Variante für maximale Felsen-Dramatik auf kurzer Strecke.
Highlights: Vorbei an historischen Mühlsteinbrüchen und durch die engsten Passagen der Schlucht.
Hinweis: Aufgrund der schmalen Felsspalten nicht kinderwagentauglich!
Daten: 3,5 km │ ca. 1,5 h │ Familientauglich & Abenteuerlich.
Planungshilfe für deinen Besuch
Anreise: Parkplatz Naturparkzentrum Teufelsschlucht (Ernzen).
Ausrüstung: Festes Schuhwerk ist wegen der oft feuchten Felsen und Wurzelpfade Pflicht!
Einkehr: Direkt am Start-/Zielpunkt bietet das Naturparkzentrum regionale Snacks und Erfrischungen.
Table: Vergleich der Routen
Route | Länge | Höhenmeter | Highlight | Eignung |
Teuflische Acht | 6–8 km | 230 m | Wasserfälle + Schlucht | Wanderer mit Kondition |
Felsenweg 6 | 17 km | 450 m | Prümer Burg, Schweineställe | Ambitionierte |
Großer Rundweg | 3,5 km | 99 m | Kompakte Felsen-Intensität | Familien |
Praktische Tipps für dein Abenteuer
Anreise:
Auto: A60 bis Ausfahrt Bitburg, dann B51/B257 Richtung Ernzen.
Parken: Großer kostenloser Parkplatz am Naturparkzentrum (Ferschweilerstraße 50).
Ausrüstung:
Stabile Wanderschuhe (viele Pfade sind steinig/nass!).
Teufelsschlucht-App: Offline-Karten, Audioguides und Wetterinfos für Ernzen.
Proviant: Nur am Start/Ende Einkehrmöglichkeiten (Bistro „Teufelsküche“). Rucksackverpflegung empfehlen!.
Zeitmanagement:
Morgens starten! Die Schlucht ist vor 10 Uhr menschenleer – das Licht zaubert mystische Stimmunge.
Hunde: Erlaubt, aber in Schlucht anleinen (enge Passagen).
Kombi-Erlebnisse: Mehr als nur Wandern
Dinosaurierpark Teufelsschlucht: Lebensgroße Saurier-Rekonstruktionen und Forschercamp neben dem Naturparkzentrum.
Felsenweiher Ernzen: Romantisches Wasserbecken mit Fontäne – ideal für eine kühle Abkühlung.
Kultur-Highlights:
Römisches Weihedenkmal (Opferstätte für den Gott Intarabus).
Luzienturm in Ferschweiler – ältestes Bauwerk der Region.
Wichtige Hinweise & Naturschutz
Sperrungen prüfen: Nach Unwettern können Wege gesperrt sein (aktuelle Infos: Naturpark Südeifel).
Regeln:
Kein Klettern/Baden in der Schlucht oder an Wasserfällen – Lebensraum seltener Arten!.
Hängebrücke: Max. 10 Personen gleichzeitig; bei Sturm geschlossen.
Mobilfunk: In Tälern oft kein Empfang – Offline-Karten downloaden!.
Beste Reisezeit & Events
Jahreszeiten:
Frühling: Lerchensporn und Gelbe Anemonen blühen an den Felsfüßen.
Herbst: Goldene Buchenwälder kontrastieren mit rostrotem Sandstein.
Event-Tipp: Wanderwoche Südeifel (September 2025) mit geführten Touren und regionalen Verkostungen.
Fazit: Warum diese Tour ein Muss ist
Die Teufelsschlucht und Irreler Wasserfälle verbinden geologische Urgewalt mit poetischer Stille: Wenn Morgensonne durch Felsspalten bricht, im kühlen Schlucht-Dunst Feuersalamander huschen oder die neue Hängebrücke über brausender Prüm schwingt, spürst du, wie Erde und Wasser hier eine zeitlose Sprache sprechen.
„In der Südeifel misst man Schönheit nicht in Metern, sondern in moosbedeckten Sekunden.“ – Nach einem Wanderer-Zitat.
🔗 Nützliche Links:
Naturparkzentrum Teufelsschlucht (Öffnzeiten, App-Download)
GPX-Tracks: Teuflische Acht | Felsenweg 6
Alle Angaben basieren auf aktuellen Daten (Juli 2025). Bei starkem Regen oder Sturm Teufelsschlucht meiden – Lebensgefahr durch Steinschlag!
Die 10 Naturschutz-Hotspots im Naturpark Südeifel
Der Naturpark Südeifel beherbergt wertvolle Rückzugsräume für seltene Arten. Hier erleben Sie Biodiversität auf höchstem Niveau – von Orchideenwiesen bis hin zu urzeitlichen Flusstälern.
Ourschleife / Falkenstein (270 ha)
Ein Mosaik aus prächtigen Laubwäldern, Heideflächen und Trockenrasen. Die markante Flussschleife bietet ideale Bedingungen für eine enorme Insektenvielfalt und seltene Flora entlang der Bachläufe.
Mittleres Ourtal (490 ha)
Das "Großraum-Wohnzimmer" für bedrohte Arten. Zwischen dem Dreiländereck und der Rellesmühle finden Fledermäuse, Amphibien und seltene Libellen in den sauberen Gewässern und submontanen Tälern eine sichere Heimat.
Ginsterheiden im Irsental (76 ha)
Ein Eldorado für Fans der "Eifeler Gold"-Blüte. Bei Daleiden treffen Ginsterheiden auf schroffe Felsen und Magerrasen. Wissenschaftliches Extra: Das Gebiet ist bekannt für seine faszinierenden Fossilienfunde.
Urprümschleife bei Echtershausen (6,5 ha)
Klein, aber ökologisch hochkarätig. Dieses Refugium schützt Niedermoor-Komplexe und Sumpfdotterblumenwiesen. Es ist ein wichtiger Brut- und Lebensraum für gefährdete Schmetterlinge und Vogelarten.
Langenberg und Bocksberg (47,5 ha)
Kulturlandschaft in Bestform bei Wallendorf. Halbtrockenrasen in Extremlagen wechseln sich mit Streuobstwiesen und historischen Trockenmauern ab – ein wichtiger Verbund für wärmeliebende Arten.
Kelterdell und Kuckuckslei (61,7 ha)
Der Hotspot für Orchideenfans bei Echternacherbrück. Die Kombination aus Kalk-Laubwäldern und Gebüsch-Säumen bietet den perfekten Nährboden für seltene Orchideenarten und geschützte Insekten.
Im Bündchen & 8. Obig den Scharren (ca. 13 ha gesamt)
Diese beiden Gebiete bei Peffingen schützen seltene Kalk-Magerrasen und nahezu vegetationslose Keuperscharren. Sie sind thermische Inseln, die spezialisierten, wärmeliebenden Insekten das Überleben sichern.
Rechberg bei Olk (46 ha)
Ein weiteres Paradies für Orchideen und Insekten. Die Mischung aus Laubmischwäldern und Kalkmagerrasen sorgt für ein buntes Treiben seltener Tiergesellschaften.
Ralinger Röder (96,6 ha)
Ein "Abenteuerspielplatz" der Biodiversität. Hier dominieren seltene Eichen-Elsbeeren-Wälder und Orchideen-Buchenwälder. Ein wichtiges Revier für Greifvögel, Spechte und Wildbienen.
Planungshinweise für Ihren Besuch
Beim Besuch dieser sensiblen Zonen ist gegenseitige Rücksichtnahme oberstes Gebot:
Wegegebot: Bleiben Sie unbedingt auf den markierten Pfaden, um seltene Pflanzen (wie Orchideen) nicht zu zertreten.
Leinenpflicht: Hunde müssen zum Schutz der Wildtiere an der Leine geführt werden.
Beste Besuchszeit: Mai bis Juni für die Orchideen- und Ginsterblüte.
Offizielle Karten und Ranger-Touren ↗ (https://www.naturpark-suedeifel.de/naturschutz)

Das Sauertal: Mildes Klima & Grenzenlose Natur
Das Sauertal bildet den sonnigen Südrand des Naturparks Südeifel. Zwischen Wallendorf und Wintersdorf schlängelt sich die Sauer durch eine spektakuläre Felsenlandschaft und markiert als natürliches Band die Grenze zu Luxemburg.
Klimatisches Paradies: Dank der geschützten Tallage ist es hier spürbar milder als auf den Hochebenen – die Blüte beginnt oft eine Woche früher!
Kultur & Verbindung: Die Wanderbrücken über die Sauer sind heute Symbole der deutsch-luxemburgischen Freundschaft.
Früherer Weinbau: Die sonnenexponierten Hänge zeugen von einer langen Tradition; heute finden sich hier seltene Orchideen und artenreiche Streuobstwiesen.
Geologie: Ein Tal aus zwei Welten
Geologisch teilt sich die Region in zwei faszinierende Abschnitte:
Das Untere Sauertal (Muschelkalk & Weinbau)
Hier hat sich der Fluss tief in die Hochflächen des Gutlandes eingeschnitten.
Felsen & Flora: Wo harter Muschelkalk ansteht, ragen vegetationsfreie Felsen auf. Auf den sanfteren Mergelhängen gedeihen Steppenheiden mit Kornelkirsche, Esskastanie und wilden Orchideen.
Der Süden: Ab Edingen prägt aktiver Weinbau das Landschaftsbild.
Das Bollendorfer Sauertal (Sandstein-Spektakel)
Ein klassisches Durchbruchstal mit dramatischer Kulisse.
Lias-Sandstein: Bis zu 50 Meter hohe Steilwände aus Luxemburger Sandstein begleiten den Flusslauf.
Blockhalden: Die Hänge sind mit herabgestürztem Felsmaterial durchsetzt, was dem Tal einen wilden, urwüchsigen Charakter verleiht.
Wälder: Schattige Buchen- und Mischwälder wechseln sich mit lichten Akazienhainen ab.
Praktischer Tipp für Entdecker
Besonders im Frühjahr zur Orchideenblüte oder im Herbst zur Walnussernte ist das Sauertal ein Hotspot für Naturfotografen.

Bitburger Gutland: Die fruchtbare Mitte der Südeifel
Das Bitburger Gutland bildet das geografische Herzstück des Naturparks Südeifel. Im Gegensatz zum rauen Norden ist diese Region spürbar milder und trockener. Weite Felder und sanfte Wiesen prägen das Bild dieser Kulturlandschaft, die bereits vor 6.000 Jahren erste Siedler anzog.
Mediterranes Flair: Dank kalkreicher Böden und viel Sonnenschein finden hier sogar wärmeliebende Pflanzen- und Tierarten eine Heimat.
Historischer Boden: Fruchtbare Lössböden machten die Region schon in der Steinzeit zu einem Siedlungshotspot – archäologische Spuren sind bis heute in der Landschaft sichtbar.
Geologie: Ein Mosaik aus Muschelkalk und Keuper
Das Mettendorfer Stufenland ist geologisch besonders vielfältig und prägt das hügelige Relief der Region:
Gesteinsschichten und Wasserreichtum
Kontrastreiche Hänge: Während harter Muschelkalk und Dolomit steile Kanten formen, sorgen weichere Mergel- und Tonschichten für flache, sanft abfallende Hänge.
Natürliche Speicher: Der Muschelkalk dient als wichtiger Grundwasserspeicher. Zahlreiche Quellen entspringen hier und sichern bis heute die regionale Wasserversorgung.
Rohstoffquelle: Kalkstein aus lokalen Steinbrüchen wird seit Generationen für die Industrie und den Straßenbau gewonnen.
Böden und Landwirtschaft
Fruchtbare Plateaus: Die Keuperschichten verwittern zu nährstoffreichen Braunerden und Rendzinen. Dies begünstigt den intensiven Ackerbau, vor allem von Getreide und Mais.
Quellhorizonte: Tonsteine stauen das Wasser des Luxemburger Sandsteins, was zu den typischen Quellaustritten an den Hangschultern führt.
Flora und Tallandschaften
Im Bitburger Gutland sind Waldflächen selten und konzentrieren sich auf Buchen- und Eichenbestände. Eine Besonderheit sind die Steilhänge mit ihrem Steppenheidecharakter, die einen starken Kontrast zu den intensiv genutzten Agrarflächen bilden.
Das Untere Nimstal: Die Nims hat sich bis zu 150 Meter tief in die Hochfläche eingeschnitten. Der Talboden ist geprägt von schweren, lehmigen Böden, die ideal als Grünland für die Weidewirtschaft genutzt werden.
Panorama-Aussichten: Die gewölbten Kuppen der Gilzemer Hochfläche und des Trierweiler Gutlands bieten weite Blicke über das gesamte südeifler Umland.
Planung und Tipps für Besucher
Nutzen Sie Diez oder Bitburg als Ausgangspunkt für Radtouren durch die Täler von Nims und Prüm, um die geologischen Stufen hautnah zu erleben.
Offizielle Wanderkarten der Region ↗ (https://www.felsenland-suedeifel.de)
Infos zum Naturpark-Zentrum ↗ (https://www.naturpark-suedeifel.de)

Der Islek & das Ourtal: Unberührte Natur im Naturpark Südeifel
Der Islek bildet den wilden Norden des Naturparks Südeifel. Während die Region in Luxemburg als „Ösling“ und in Belgien als „Eslek“ bekannt ist, besticht der deutsche Teil durch seine abgeschiedene Ruhe und Höhenlagen bis zu 570 m.
Geologie & Landschaft des Islek
Die Landschaft ist geprägt von 390 Millionen Jahre altem Tonschiefer aus dem Unterdevon – Relikte eines urzeitlichen Meeresbodens. Markant ist die Islek-Vorstufe, die den Übergang zum Bitburger Gutland markiert. Hier trifft Schiefer auf Buntsandstein, wobei eine geologische Zeitlücke von 160 Millionen Jahren klafft.
Böden: Skelettreich und nährstoffarm.
Vegetation: Montane Buchenwälder, Eichen-Hainbuchenwälder und weite Ackerflächen.
Highlight: Das Mittlere Prümtal mit seinen tiefen Windungen (Mäandern).
Das Ourtal: Ein grenzenloses Naturparadies
Die Our ist mehr als nur ein Grenzfluss zwischen Deutschland, Belgien und Luxemburg – sie ist ein Rückzugsort für seltene Arten wie den Schwarzstorch, die Wildkatze und wilde Orchideen.
Viandener Ourtal: Ein tief eingeschnittenes Kerbtal mit bewaldeten Steilhängen.
Gentinger & Wallendorfer Ourtal: Breitsohlige Täler, die durch Buntsandstein- und Muschelkalkgebiete führen.
Besonderheit: Die Region zwischen Wallendorf und Ammeldingen ist berühmt für ihren idyllischen Streuobstanbau und Halbtrockenrasen.
Fazit: Der Islek und das Ourtal sind echte Geheimtipps für Wanderer und Naturliebhaber, die unberührte Landschaften, moderne Wasserkraft und alte Geschichte abseits der Massen suchen.




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