Naturpark Arnsberger Wald - das westfälische Waldmeer
Aktualisiert: vor 5 Tagen
Das grüne Herz Westfalens
Der Naturpark Arnsberger Wald wurde 1961 gegründet und erstreckt sich heute über rund 599 km² zwischen Möhnesee, Arnsberg, Warstein und dem Ruhrtal. Nach einer Gebietserweiterung im Jahr 2020 gehört auch ein großer Teil des Stadtgebiets von Arnsberg zum Naturpark.
Rund 66 % der Fläche sind bewaldet. Der namensgebende Arnsberger Wald bildet sogar die größte zusammenhängende Waldfläche Nordrhein-Westfalens und gehört zu den großen geschlossenen Waldlandschaften Deutschlands. Buchen- und Eichenwälder, Nadelwälder, Bäche, Quellen, Felsen und der Möhnesee prägen das vielfach als „westfälisches Waldmeer“ bezeichnete Gebiet.
Der Naturpark wurde 2012 erstmals als „Qualitätsnaturpark“ ausgezeichnet und anschließend erfolgreich rezertifiziert. Naturschutz, nachhaltiger Tourismus, Umweltbildung und regionale Entwicklung gehören heute zu seinen zentralen Aufgaben.

Naturpark Arnsberger Wald: Wo sich Fuchs und Hirsch „Gute Nacht“ sagen
Wer braucht schon die Alpen, wenn er das Sauerland hat? Der Naturpark Arnsberger Wald ist mit seinen ausgedehnten Wäldern, Bachtälern und dem Möhnesee ein grünes Refugium mitten in Nordrhein-Westfalen.
Hoch hinaus und tief hinein
Der höchste Punkt des Naturparks liegt auf rund 581 Metern zwischen Warstein und Eversberg. Genau dort erhebt sich der 35 Meter hohe Lörmecke-Turm mit weitem Blick über Sauerland, Haarstrang und Westfälische Bucht.
Am Möhnesee wartet ein zweiter Aussichtspunkt: Der 42 Meter hohe Möhnesee-Turm führt über 206 Stufen zu einem 360°-Panorama über See und Arnsberger Wald.
Unter die Erde geht es dagegen in der Bilsteinhöhle bei Warstein. Das fast zwei Kilometer lange Höhlensystem wurde 1887 entdeckt und kann teilweise im Rahmen geführter Touren besichtigt werden. In der Höhle herrschen ganzjährig etwa 8 °C – eine Jacke gehört also auch im Sommer ins Gepäck.
Wandern, Wasser & Waldabenteuer
Das Herzstück für Fernwanderer ist die Sauerland-Waldroute. Der zertifizierte Qualitätswanderweg führt auf mehr als 246 Kilometern von Iserlohn nach Marsberg und durchquert dabei auch den Naturpark Arnsberger Wald.
Wer kürzere Touren bevorzugt, findet zahlreiche Rund- und Themenwege. Besonders ungewöhnlich ist der Klangwald am Möhnesee, wo Klangobjekte und Erlebnisstationen den Wald auf eine andere Art erfahrbar machen.
Auf dem Möhnesee sind unter anderem Segeln, Paddeln, SUP und Ausflugsschifffahrt möglich. Ruhiger geht es am Hevearm zu: Der Möhnesee ist Europäisches Vogelschutzgebiet, und von mehreren Aussichtspunkten lassen sich Wasservögel wie Haubentaucher, Gänsesäger, Schellenten oder zeitweise sogar Fischadler beobachten.

Fachwerk, Höhlen & Brautradition
Auch kulturell hat die Region einiges zu bieten. Eversberg verbindet historische Ortsgeschichte mit Fachwerk und Wanderrouten durch den Arnsberger Wald.
In Warstein lässt sich ein Naturtag mit einem Besuch der Warsteiner Welt verbinden. Dort werden weiterhin Brauereibesichtigungen angeboten – ein ziemlich passender Abschluss nach einigen Kilometern Sauerländer Wald.
Umweltbildung: Der Wald als Klassenzimmer
Der Naturpark setzt stark auf Umweltbildung. Im Waldschiff im Bibertal sowie auf Themenwegen wie dem Biberpfad werden Wald, Wasser und Tierwelt anschaulich vermittelt.
Am Möhnesee ist das Landschaftsinformationszentrum Wasser und Wald (Liz) eine zentrale Anlaufstelle. Ausstellungen und Erlebnisräume erklären unter anderem die Ökologie des Naturparks und die Bedeutung der Möhnetalsperre.
Grundlage für die langfristige Entwicklung ist der Naturparkplan Arnsberger Wald 2033. Naturschutz, Umweltbildung, nachhaltiger Tourismus und regionale Entwicklung sollen dabei stärker miteinander verbunden werden.
Naturschutz im „westfälischen Waldmeer“
Der Naturpark schützt nicht nur große Waldflächen. Bachtäler, Feuchtgebiete und Moorwälder werden ebenfalls ökologisch aufgewertet. LIFE-Projekte haben unter anderem Fließgewässer renaturiert und Lebensräume für Eisvogel, Schwarzstorch, Bachforelle und andere Arten verbessert.
Seit 2026 läuft außerdem die nächste Phase des Schwammwald-Projekts. Entwässerungsstrukturen werden dabei zurückgebaut, damit mehr Wasser im Waldboden verbleibt und die Landschaft widerstandsfähiger gegenüber Trockenperioden und Starkregen wird.
Fazit: Wald, Wasser und Sauerland
Der Naturpark Arnsberger Wald verbindet 599 km² Wald- und Kulturlandschaft mit Aussichtstürmen, Höhlen, Wanderwegen, Vogelschutzgebieten und dem Möhnesee.
Vom Lörmecke-Turm über die Bilsteinhöhle bis zum stillen Hevearm reicht die Palette vom aktiven Outdoor-Tag bis zur entspannten Naturbeobachtung.
„Es gibt kein WLAN im Wald – aber oft die bessere Verbindung.“
Produkttipp: Fernglas für Möhnesee & Hevearm
Für Vogel- und Wildtierbeobachtungen ist ein 8×42-Fernglas ein guter Allrounder. Das Nikon PROSTAFF P3 8×42 bietet 8-fache Vergrößerung, ein 42-mm-Objektiv und wiegt rund 575 Gramm – eine praktische Kombination für Wanderungen und längere Beobachtungen. Das Modell wird aktuell auch über Amazon.de angeboten.
Amazon-Tipp: Nikon PROSTAFF P3 8×42 – ideal für Vogelbeobachtung am Hevearm und unterwegs auf der Sauerland-Waldroute.
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Möhnetalsperre: Gigant aus Stein und Geschichte
Die mächtige Staumauer des Möhnesees ist technisches Denkmal, Wasserspeicher und Schauplatz eines der folgenschwersten Ereignisse des Zweiten Weltkriegs in Westfalen.
Technik: Das „Westfälische Meer“
Der Bau der Möhnetalsperre begann 1908, 1913 wurde sie in Betrieb genommen. Bei ihrer Fertigstellung war sie mit rund 130 Millionen Kubikmetern Stauraum sogar die größte Stauanlage Europas.
Staumauer: 650 m lang und bis zu 40,3 m hoch
Bauweise: massive Gewichtsstaumauer aus Bruchstein
Speichervolumen: 134,5 Mio. m³
Wasserfläche: rund 10,4 km²
Entwurf: Franz Brantzky
Besonderheit: Die Staumauer mit ihren charakteristischen Torbauten steht heute unter Denkmalschutz.

Die Katastrophe vom 17. Mai 1943
In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 griffen britische Lancaster-Bomber die Möhnetalsperre im Rahmen der Operation Chastise mit speziell entwickelten Rotationsbomben an.
Eine Bombe durchbrach die Staumauer. Innerhalb weniger Stunden strömten etwa 110 Millionen Kubikmeter Wasser in das Möhne- und Ruhrtal. Die Flutwelle erreichte stellenweise eine Höhe von bis zu 12 Metern.
Mindestens 1.579 Menschen kamen ums Leben; ein großer Teil der Opfer waren ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Das ehemalige Kloster Himmelpforten wurde von den Wassermassen vollständig zerstört. Gedenkstätten erinnern heute an die Opfer der sogenannten Möhnekatastrophe.
Lebensader für das Ruhrgebiet
Die wichtigste Aufgabe der Möhnetalsperre ist bis heute die Regulierung der Wasserführung der Ruhr. In trockenen Zeiten wird Wasser abgegeben, um einen ausreichenden Ruhrabfluss zu gewährleisten. Zusammen mit den anderen Talsperren des Ruhrverbands trägt sie damit zur Wasserversorgung von rund 4,6 Millionen Menschen bei.
Auch Energie wird erzeugt: Das Hauptkraftwerk besitzt zwei Turbinen mit jeweils 3,5 MW, das Nebenkraftwerk zwei weitere mit jeweils 0,3 MW – zusammen also rund 7,6 MW installierte Leistung. Die Stromproduktion ist allerdings eine Nebennutzung; Vorrang hat die wasserwirtschaftliche Steuerung.

Besucher-Infos
Die Mauerkrone ist kostenlos und jederzeit zugänglich. Von hier bietet sich ein weiter Blick über den Möhnesee und hinunter zum Ausgleichsweiher.
Führungen: Der Ruhrverband bietet nach Anmeldung Führungen mit Filmvorführung und einem Einblick in den Kontrollstollen an. Das eigentliche Turbinenkraftwerk wird aus Sicherheitsgründen nicht besichtigt.
LIZ Wasser und Wald: Das Landschaftsinformationszentrum in Günne informiert interaktiv über Möhnetalsperre, Wasser, Wald und Naturpark und ist von der Staumauer aus zu Fuß erreichbar.
Parken: Direkt unterhalb der Staumauer befindet sich ein großer Parkplatz. Das aktuelle Tagesticket kostet 6 € und kann am selben Tag auf den kostenpflichtigen Parkplätzen der Gemeinde Möhnesee weitergenutzt werden.
Kurz-Check
Kategorie | Daten |
Bauzeit | 1908–1913 |
Staumauer | 650 m lang, bis 40,3 m hoch |
Stauraum | 134,5 Mio. m³ |
Wasserfläche | ca. 10,4 km² |
Kraftwerke | zusammen ca. 7,6 MW |
Mauerkrone | kostenlos zugänglich |
Parkplatz | Tagesticket 6 € |
Besonderheit | Zerstörung am 17. Mai 1943 |

Klangwald Möhnesee: Wenn der Wald Musik macht
Spotify kann warten: Im Klangwald Möhnesee übernehmen Wind, Holz und gespannte Saiten die Playlist. Auf einem rund 3,5 Kilometer langen Rundweg laden heute 10 Klangstationen dazu ein, den Arnsberger Wald einmal mit den Ohren zu entdecken.

Der Quick-Check: Fakten für Entdecker
Lage: Direkt am Ostufer des Möhnesees bei Körbecke. Startpunkt ist idealerweise der Parkplatz „Körbecke Ost“.
Strecke: Ein entspannter 3,5 km langer Rundweg. Der Clou: Er ist komplett barrierefrei und kinderwagentauglich – also keine Ausreden für lahme Waden.
Eintritt: Kostet nichts, aber die Natur freut sich über eine kleine Spende zum Erhalt der Stationen.
Die akustischen Chart-Stürmer: Highlights
An 17 Stationen wird der Wald zum Instrument. Hier sind die absoluten Favoriten:
Die Windharfe: Eine 4 Meter hohe Stahlskulptur. Sobald der Seewind pustet, gibt es sphärische Klänge gratis – fast wie ein Konzert von Enya, nur echter.
Das Bambus-Xylophon: Ein Riesen-Instrument aus Bambusrohren. Perfekt, um dem Rest der Familie mal so richtig den Marsch zu blasen.
Das Waldtelefon: Über Holzröhren hört man Erschütterungen im Boden. Wer wissen will, ob ein Reh (oder der wandernde Ehepartner) im Anmarsch ist, legt hier das Ohr an.
Baumstamm-Trommeln: Ausgehöhlte Eichenstämme für alle, die ihren inneren Schlagzeuger rauslassen wollen.
Für wen ist das was?
Familien: Die ultimative Lösung für Kinder, die sonst „Wandern doof“ finden. Hier gibt es an jeder Ecke was zum Hämmern und Zupfen.
Ruhesuchende: Zwischen den lauten Stationen gibt es versteckte Bänke mit Seeblick. Ideal zum Meditieren – oder um heimlich den mitgebrachten Streuselkuchen zu essen.

Profi-Tipps für den Besuch
Timing: Kommen Sie morgens oder bei leichtem Wind. Dann ist die Akustik der Windharfe am besten und die „menschliche Geräuschkulisse“ noch klein.
Die perfekte Kombi: Erst durch das LIZ (Landschaftsinformationszentrum) in Günne schlendern und danach ab in den Klangwald. Das macht schlau und macht Spaß.
Futter-Pause: Das Waldcafé „Seeblick“ nahe Station 7 ist berüchtigt für seinen Streuselkuchen. Eine Kalorienbombe, die man sich redlich erwandert hat.
Nachts im Klangwald
Auch ohne festes Veranstaltungsprogramm hat der Klangwald in der Dämmerung eine besondere Atmosphäre. Die Klanginstallationen reagieren teilweise auf Wind oder können selbst zum Klingen gebracht werden. Der 3,5 Kilometer lange Rundweg ist grundsätzlich frei zugänglich, führt jedoch teilweise über unbefestigte Waldwege.
Tipp: Geführte Abend-, Natur- oder Themenwanderungen werden in der Region immer wieder angeboten. Aktuelle Termine solltest du direkt beim Naturpark Arnsberger Wald oder beim LIZ Wasser und Wald prüfen, anstatt eine feste monatliche Fackelwanderung anzukündigen.
Die 3 besten Fotospots am Möhnesee
1. Staumauer – Architektur mit Geschichte
Die 650 Meter lange Staumauer gehört zu den markantesten Fotomotiven am Möhnesee. Besonders eindrucksvoll wirkt sie vom Bereich des Ausgleichsweihers, von wo aus die gesamte Dimension des Bauwerks sichtbar wird. Die offizielle Staumauer-Tour empfiehlt diesen Standort ebenfalls ausdrücklich als Fotoperspektive.
Foto-Tipp: Am späten Nachmittag oder während der Blauen Stunde sorgen weiches Licht und Spiegelungen auf dem Wasser für besonders stimmungsvolle Aufnahmen. Eine dauerhafte nächtliche Beleuchtung würde ich allerdings nicht versprechen.
2. Möhnesee-Turm – Panorama über Wald und Wasser
Nach 206 Stufen wartet auf der rund 39 Meter hohen Aussichtsplattform ein 360°-Panorama über den Möhnesee, den Haarstrang und den Arnsberger Wald. Der insgesamt 42 Meter hohe Turm ist kostenlos und jederzeit zugänglich.
Foto-Tipp: Früh am Morgen können Nebelfelder über dem See besonders reizvoll sein. Für Landschaftsaufnahmen eignet sich ein Weitwinkelobjektiv – genauso spannend sind jedoch Detailaufnahmen der bewaldeten Buchten aus der Höhe.
3. Hevehalbinsel – Naturfotografie am stillen See
Wer statt Bauwerken lieber Natur fotografiert, sollte zur Hevehalbinsel. Im Naturschutzgebiet Hevearm und Hevesee liegen mehrere sogenannte Natur-Balkone, von denen aus sich Wasserflächen, bewaldete Ufer und zahlreiche Wasservögel beobachten lassen. Zur Zug- und Winterzeit halten sich in diesem Gebiet teilweise Tausende Vögel auf.
Foto-Tipp: Ein Teleobjektiv oder Fernglas lohnt sich hier besonders. Tiere sollten ausschließlich aus Distanz beobachtet werden – gerade die ruhigen Uferbereiche sind wichtige Rast- und Rückzugsräume.

Die Windharfe im Klangwald (Kunst & Natur)
Motiv: Die filigrane Stahlskulptur mit dem See im Hintergrund.
Pro-Tipp: Fotografiere durch die Saiten der Harfe hindurch auf den Möhnesee. Das gibt deinem Bild eine spannende Tiefe und einen künstlerischen Rahmen.
Standpunkt: Station 4 im Klangwald, direkt am Uferweg.
Lörmecke-Turm: Das hölzerne Tor zum Sauerland-Himmel

Mitten auf der Plackweghöhe, am höchsten Punkt des Naturparks Arnsberger Wald, ragt der Lörmecke-Turm wie ein riesiges Geflecht aus Holz in den Himmel. Der ungewöhnliche Aussichtsturm verbindet moderne Architektur mit einem der schönsten Panoramablicke des Sauerlands.
Architektur: 144 Douglasienstämme und 204 Stufen
Der 35 Meter hohe Lörmecke-Turm wurde 2008 eröffnet. Seine markante Außenkonstruktion besteht aus 144 jeweils rund zwölf Meter langen Douglasienstämmen, die über Kreuz miteinander verbunden sind. Im Inneren führt eine Stahlwendeltreppe über 204 Stufen und zwei Zwischenplattformen bis zur Aussichtsplattform.
Die geschwungene Konstruktion ähnelt einem Hyperboloid und ermöglicht bereits während des Aufstiegs freie Blicke zwischen den Holzstämmen hindurch.
Panorama vom höchsten Punkt des Naturparks
Der Turm steht auf rund 581 Metern Höhe. Bei klarer Sicht reicht das 360°-Panorama:
nach Süden über das Hochsauerland,
nach Norden über den Haarstrang und die Westfälische Bucht,
und bei besonders guter Fernsicht bis zum Teutoburger Wald.
Auf der obersten Plattform helfen Orientierungstafeln dabei, Berge und Orte am Horizont zu bestimmen.

So kommst du hin: Wandern & Anreise
Der gemütliche Weg: Vom Wanderparkplatz "Lörmecketurm" an der B55 (zwischen Meschede und Warstein) führt ein ca. 3,5 km langer, kinderwagentauglicher Schotterweg direkt zum Ziel.
Die Sauerland-Waldroute: Der Turm ist eines der absoluten Highlights auf diesem 240 km langen Premium-Wanderweg.
Für Sportliche: Starten Sie in Eversberg (Weg A8) oder Warstein für eine anspruchsvollere Tagestour.
Wissenswertes & Tipps
Name & Natur: Der Turm verdankt seinen Namen dem Lörmecke-Bach, dessen Quelle direkt in der Nähe entspringt und die Region mit bestem Trinkwasser versorgt.
Eintritt: Der Turm ist täglich frei zugänglich und kostet keinen Cent Eintritt.
Event-Tipp: Nehmen Sie an einer der geführten Vollmondwanderungen mit Rangern teil – Gänsehaut-Feeling inklusive.

Schiefergrube Marsfeld II: Industriegeschichte im Bermecketal
Tief im Bermecketal bei Warstein-Hirschberg erinnert die ehemalige Schiefergrube Marsfeld II an eine fast vergessene Bergbaugeschichte des Sauerlands. Heute ist vor allem das denkmalgerecht hergerichtete Stollenmundloch sichtbar – ein ungewöhnliches Ziel für Wanderer und Geschichtsinteressierte.
Vom Dachschiefer zum unrentablen Bergwerk
Bereits alte Karten bezeichnen die Umgebung als „Schiefersteinberg“. Im Jahr 1858 wurde das Bergwerksfeld Marsfeld verliehen, ein Jahr später folgte Marsfeld II. Damit begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein wechselhafter Schieferabbau durch verschiedene Besitzer und Pächter.
Schiefer war damals ein begehrtes Baumaterial: Im Sauerland ersetzten feuerfeste Schieferdächer zunehmend die zuvor verbreiteten Strohdächer, die bei Stadtbränden ein erhebliches Risiko darstellten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Grube von 1946 bis 1948 noch einmal intensiver betrieben. Zeitweise arbeiteten dort bis zu zehn Bergleute. Der wirtschaftliche Erfolg blieb jedoch aus: Der gewonnene Schiefer bleichte schnell aus und begann bereits nach wenigen Jahren zu zerfallen. Damit eignete er sich kaum für eine dauerhafte Nutzung als hochwertiger Dachschiefer.
330 Millionen Jahre Erdgeschichte
Der hier vorkommende Kulm-Tonschiefer entstand vor rund 330 Millionen Jahren im Unterkarbon. Damals lag das heutige Sauerland in einem Meeresbecken, in dem sich Ton und Sand am Meeresboden ablagerten.
Während der variszischen Gebirgsbildung vor etwa 300 Millionen Jahren wurden diese Sedimentschichten stark gefaltet und unter Druck verändert. Dadurch entstand die typische plattige Struktur des Schiefers.
In den Gesteinsschichten sind außerdem Fossilien dokumentiert – beispielsweise Abdrücke der Muschel Posidonia becheri, die an das urzeitliche Meeresmilieu erinnern.

Ein Stollen unter dem Wald
Der historische Stollen reicht fast 80 Meter in den Schiefersteinberg hinein und endet in einem rund 100 Quadratmeter großen Abbauhohlraum, in dem der Schiefer gebrochen wurde. Durch die geringe Überdeckung dringt vergleichsweise schnell Sicker- und Regenwasser in die Grube ein. (
Das Stollenmundloch liegt direkt an einem Wanderweg im Bermecketal und gilt als das einzige denkmalgerecht hergerichtete Bergbaurelikt dieser Art im Warsteiner Raum. Der unterirdische Bereich ist jedoch kein regulär zugängliches Besucherbergwerk – das historische Relikt sollte daher vom Weg aus besichtigt werden.
Gut zu wissen
Die Bezeichnungen „Marsfeld“ und „Marsfeld II“ werden in regionalen Quellen teilweise unterschiedlich verwendet: Die Hirschberger Touristik bezeichnet den sichtbaren Stollen überwiegend als Schiefergrube Marsfeld, während der Naturpark Arnsberger Wald den Eingang als Marsfeld II führt. Historisch belegt sind beide Bergwerksfelder – Marsfeld von 1858 und Marsfeld II von 1859.

Wanderziel & Industriedenkmal: Marsfeld II heute erleben
Die ehemalige Schiefergrube Marsfeld II ist heute das einzige denkmalgerecht hergerichtete Bergbaurelikt im Warsteiner Raum. Das Stollenmundloch liegt direkt an einem Wanderweg im Bermecketal bei Hirschberg und lässt sich gut in eine Tour durch den Naturpark Arnsberger Wald einbauen.
Lage: Bermecketal bei Warstein-Hirschberg
Wander-Anschluss: Hirschberg liegt direkt an der Sauerland-Waldroute; von dort lässt sich der Schieferstollen als Abstecher in die Wanderung integrieren.
Besichtigung: Das Stollenmundloch kann vom Wanderweg aus betrachtet werden. Der unterirdische Bereich ist kein Besucherbergwerk und nicht regulär zugänglich.
Besonderheit: Während der Schieferabbau bei Hirschberg längst Geschichte ist, wird in der Grube Magog bei Bad Fredeburg bis heute Fredeburger Schiefer gewonnen.
Produkttipp für die Waldtour
Wer Marsfeld II mit einer längeren Wanderung durch den Arnsberger Wald verbindet, sollte besonders in Herbst und Winter eine kompakte Stirnlampe im Rucksack haben. Die Black Diamond Storm 450 bietet ausreichend Licht für Waldwege bei früher Dämmerung und ist gleichzeitig klein genug für den Tagesrucksack.
Wichtig: Die Lampe ist für den Wanderweg gedacht – nicht zum Betreten des verschlossenen Schieferstollens.
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Besucherbergwerk Kilianstollen: Marsbergs buntes Wunder unter Tage
Wer glaubt, in einem Bergwerk sei alles dunkel und grau, erlebt im Kilianstollen in Marsberg eine Überraschung. Leuchtende Mineralablagerungen, historische Grubenbaue und rund 1.400 Jahre Kupferbergbaugeschichte machen das Besucherbergwerk zu einem der spannendsten Ausflugsziele im östlichen Sauerland.
1.400 Jahre Kupferbergbau
Archäologische Funde zeigen, dass im Raum Marsberg bereits im 8. Jahrhundert Kupfererz gewonnen und verarbeitet wurde. 1150 verlieh König Konrad III. dem Abt von Corvey ausdrücklich das Recht zur Erzsuche am Eresberg.
Das Mundloch des heutigen Kilianstollens wurde 1842 angefahren. Der industrielle Kupferbergbau prägte Marsberg anschließend bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Seit dem 26. Mai 1984 betreibt der Marsberger Heimatbund die Anlage als Besucherbergwerk.

Ein Fest für die Augen: Die Geologie
Der Kilianstollen ist nicht nur ein Bergbaudenkmal, sondern auch geologisch außergewöhnlich. Mineralhaltiges Grubenwasser hat an vielen Stellen farbenprächtige Sinterungen und Ausfällungen entstehen lassen.
Blau und Grün: kupferhaltige Mineralbildungen
Gelb und Orange: Ablagerungen mit Schwefel- und Eisenverbindungen
Gesteinsfaltungen: eindrucksvolle Spuren von rund 400 Millionen Jahren Erdgeschichte
Dadurch wirkt der ehemalige Kupferstollen stellenweise wie eine natürliche unterirdische Galerie – besonders spannend für Geologie- und Mineralienfans.
Heilstollen: Durchatmen unter Tage
Im Kilianstollen wird das besondere Höhlenklima auch für Atem- und Entspannungsangebote genutzt. Bei etwa 10 °C und rund 98 % relativer Luftfeuchtigkeit ist die Luft nahezu staub- und allergenfrei.
Höhlenklima: konstant kühl, sehr feucht und nahezu frei von Staub und Allergenen.
Atemtherapie: Angebote richten sich unter anderem an Menschen mit Asthma, chronischer Bronchitis, Heuschnupfen und anderen Atemwegsbeschwerden.
Entspannung: Die Teilnehmer liegen warm eingepackt auf Relaxliegen und verbringen die Zeit bei ruhiger Musik im gleichmäßigen Stollenklima.
Wichtig: Die Speläotherapie kann eine medizinische Behandlung ergänzen, aber nicht ersetzen.
2026 bietet die VHS Brilon-Marsberg-Olsberg beispielsweise erneut einen mehrwöchigen Kurs „Atemtherapie im Heilstollen“ an.




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