Der Schwarzstorch – Der geheimnisvolle Waldbewohner
Aktualisiert: vor 2 Tagen
Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) ist der scheue Verwandte des Weißstorchs. Mit seinem metallisch schimmernden Gefieder, dem langen roten Schnabel und seiner zurückgezogenen Lebensweise gehört er zu den eindrucksvollsten Waldvögeln Europas. Anders als der Weißstorch meidet er menschliche Siedlungen weitgehend und brütet bevorzugt in ruhigen, alten Waldgebieten.
Aussehen: Eleganz in Schwarz und Weiß
Gefieder: Kopf, Hals, Rücken und Flügel sind überwiegend schwarz und schimmern je nach Lichteinfall grünlich, violett oder kupferfarben.
Unterseite: Bauch, Unterschwanzdecken und Teile der unteren Brust sind weiß.
Schnabel und Beine: Bei erwachsenen Schwarzstörchen rot; während der Brutzeit besonders intensiv gefärbt.
Größe: etwa 95 cm Körperlänge.
Flügelspannweite: ungefähr 170–205 cm.
Gewicht: etwa 2,4–3 kg.
Jungvögel: deutlich matter gefärbt als Altvögel, ohne deren ausgeprägten metallischen Glanz.
Im Flug ist der Schwarzstorch gut an seinem lang ausgestreckten Hals, den breiten Flügeln und den nach hinten ragenden Beinen zu erkennen. Wie der Weißstorch nutzt er auf längeren Strecken häufig aufsteigende Warmluft, um energiesparend zu segeln.

Lebensraum: Rückzugsorte in alten Wäldern
Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) bevorzugt ruhige, strukturreiche Wälder mit einem guten Angebot an Gewässern. Besonders geeignet sind Laub- und Mischwälder mit Bächen, Waldtümpeln, Mooren und Feuchtwiesen. Brut- und Nahrungsgebiet können dabei mehrere Kilometer voneinander entfernt liegen.
Horststandorte
Seinen großen Horst legt der Schwarzstorch meist auf alten, kräftigen Bäumen an. Häufig genutzt werden Eichen und Buchen, regional aber auch Kiefern oder Fichten. Seltener brütet die Art auf Felsen.
Besonders störungsempfindlich
Vor allem zu Beginn der Brutzeit reagiert der Schwarzstorch empfindlich auf Störungen. Forstarbeiten, Freizeitaktivitäten oder häufige Annäherungen können im Extremfall dazu führen, dass ein Horst aufgegeben wird.
Brutplätze unterliegen in Deutschland dem gesetzlichen Artenschutz. Der LBV empfiehlt während der Brutzeit vom 1. März bis 31. August im Umkreis von etwa 300 Metern möglichst keine störenden Maßnahmen durchzuführen.
Nahrung: Fischjäger mit flexibler Speisekarte
Schwarzstörche suchen ihre Nahrung überwiegend in flachen Bächen, Tümpeln, Feuchtwiesen und anderen Gewässern.
Auf dem Speiseplan stehen vor allem:
Fische
Frösche und andere Amphibien
Amphibienlarven
Krebse
Wasserinsekten und andere Wirbellose
Gelegentlich werden auch andere kleine Tiere erbeutet.
Jagdtechnik
Bei der Nahrungssuche watet der Schwarzstorch langsam durch seichtes Wasser und beobachtet den Gewässergrund. Entdeckt er Beute, stößt er mit seinem langen Schnabel blitzschnell zu.
Gerade naturnahe, saubere Bäche mit einem reichen Bestand an Kleinfischen und Amphibien sind deshalb für den Schwarzstorch besonders wichtig.

Fortpflanzung: Teamwork am Horst
Schwarzstörche (Ciconia nigra) bilden während der Brutzeit Paare und verteidigen gemeinsam ihr Brutrevier. Zur Balz gehören auffällige Flug- und Revierflüge sowie pfeifende und zischende Laute. Im Gegensatz zum Weißstorch klappert der Schwarzstorch nur selten mit dem Schnabel.
Gelege: meist 3–5 Eier, gelegentlich 6
Brutdauer: etwa 32–36 Tage
Brutpflege: beide Eltern wechseln sich beim Brüten ab
Nestlingszeit: ungefähr 60–70 Tage
Bruten: normalerweise eine pro Jahr
Nach dem Schlupf wird der Nachwuchs zunächst ständig von einem Altvogel bewacht. Beide Eltern versorgen die Jungstörche mit Nahrung, bis sie nach rund zwei Monaten flügge werden.
Zugverhalten: Langstreckenzieher nach Afrika
Die meisten europäischen Schwarzstörche ziehen im Spätsommer in ihre Winterquartiere. Dabei nutzen sie zwei wichtige Zugrouten:
Westroute: über Frankreich, Spanien und Gibraltar nach Westafrika
Ostroute: über den Bosporus und Israel nach Ostafrika
Die ersten Tiere verlassen ihre Brutgebiete meist Ende August oder Anfang September. Im Frühjahr kehren Schwarzstörche überwiegend im März und April nach Mitteleuropa zurück.
Nicht alle Schwarzstörche ziehen bis nach Afrika. Besonders auf der Iberischen Halbinsel überwintern inzwischen ebenfalls Tiere, unter anderem in Südspanien.
Produkttipp für Vogelbeobachter
Mit einem guten Fernglas für Vogelbeobachtung lassen sich Schwarzstörche aus größerer Entfernung beobachten, ohne die störungsempfindlichen Tiere an ihren Brut- und Nahrungsplätzen zu bedrängen.
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Gefährdung und Schutz
Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) steht in Deutschland unter strengem Schutz. Nach der aktuellen Einstufung des Bundesamtes für Naturschutz gilt er auf der Roten Liste Deutschlands als ungefährdet und gehört zu den Arten des Anhangs I der EU-Vogelschutzrichtlinie.
Trotzdem bleibt die Art auf störungsarme Lebensräume angewiesen. Zu den wichtigsten Gefährdungen zählen:
Verlust alter Horstbäume und naturnaher Wälder
Entwässerung von Waldfeuchtgebieten und Bruchwäldern
Störungen durch Forstarbeiten und Freizeitaktivitäten in Horstnähe
Verluste an Stromleitungen
Beeinträchtigungen durch Windenergieanlagen und Veränderungen wichtiger Lebensräume
Besonders wichtig sind deshalb der Schutz bekannter Horste, alte Waldbestände sowie naturnahe Bäche, Feuchtwiesen und Waldgewässer.
Besonderheiten des Schwarzstorchs
Der Schwarzstorch führt ein deutlich versteckteres Leben als sein weißer Verwandter.
Stimme: Neben leisem Schnabelklappern sind verschiedene pfeifende, zischende und andere Rufe zu hören.
Thermiksegler: Auf längeren Flügen nutzt er aufsteigende Warmluft und kann so mit geringem Energieaufwand große Entfernungen zurücklegen.
Kulturflüchter: Er bevorzugt ruhige, wenig gestörte Waldgebiete und hält sich während der Brutzeit meist von menschlicher Aktivität fern.
Großer Aktionsradius: Nahrungsgebiete können mehrere Kilometer vom Horst entfernt liegen – das BfN nennt in Einzelfällen sogar 5 bis 12 Kilometer.
Beobachtungstipp
Gute Chancen zur Beobachtung bestehen besonders nach der Brutzeit und während des Vogelzugs, wenn Schwarzstörche häufiger an Flüssen, Teichen und Feuchtgebieten nach Nahrung suchen. Ab Mitte beziehungsweise Ende Juli beginnt bereits der Abzug aus den Brutgebieten; entlang größerer Flussauen können sich auf dem Zug mehrere Tiere sammeln.
Wichtig: Bekannte Horstplätze sollten nicht gezielt aufgesucht werden. Beobachte Schwarzstörche lieber aus großer Entfernung mit Fernglas oder Spektiv, damit die empfindlichen Vögel nicht gestört werden.

Flugbild des Schwarzstorchs – Eleganz in Schwarz und Weiß
Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) ist auch im Flug gut zu erkennen. Mit seiner Flügelspannweite von etwa 173 bis 205 Zentimetern gehört er zu den großen europäischen Schreitvögeln.
Silhouette und Körperhaltung
Hals: Im Flug vollständig nach vorn ausgestreckt – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu Reihern.
Beine: Lang nach hinten gestreckt und deutlich über den Schwanz hinausragend.
Flügel: Groß und breit mit deutlich „gefingerten“ Handschwingen.
Flugweise: Kräftige Flügelschläge wechseln sich mit längeren Gleit- und Segelphasen ab. Als Thermiksegler nutzt der Schwarzstorch aufsteigende Warmluft, um energiesparend Höhe zu gewinnen.
Gefiedermerkmale im Flug
Von oben erscheinen Rücken und Flügel fast vollständig dunkel und können bei gutem Licht grünlich bis violett metallisch schimmern.
Von unten fällt der starke Kontrast besonders auf: Brust und Bauch sind teilweise weiß, während die Flügelunterseiten überwiegend dunkel erscheinen. Der rote Schnabel und die weit nach hinten gestreckten roten Beine erwachsener Tiere sind bei guten Sichtbedingungen ebenfalls deutlich zu erkennen.
„Flaggen“ mit den weißen Unterschwanzfedern
Eine außergewöhnliche Verhaltensweise ist das sogenannte Flaggen. Dabei werden die weißen Unterschwanzdecken auffällig gespreizt und seitlich sichtbar.
Dieses Verhalten wurde sowohl bei Balzflügen als auch bei territorialen Begegnungen beobachtet. Während der Balz können zwei Schwarzstörche synchron in der Thermik kreisen, wobei die weißen Unterschwanzdecken deutlich präsentiert werden.
Gerade dieses Zusammenspiel aus dunklem Gefieder, weißer Unterseite, rotem Schnabel und langen roten Beinen macht einen ausgewachsenen Schwarzstorch im Flug besonders eindrucksvoll.

Flugtechnik und Bewegung
Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) gehört zu den ausgeprägten Thermikseglern. Er nutzt aufsteigende Warmluft, um Höhe zu gewinnen und anschließend über mehrere Kilometer energiesparend zu gleiten. Untersuchungen zeigen, dass Thermikflüge besonders vom späten Vormittag bis in den Nachmittag genutzt werden.
Trotz seiner Größe ist der Schwarzstorch erstaunlich wendig. Im Brutgebiet kann er sicher zwischen den Bäumen hindurchfliegen, um seinen versteckt gelegenen Horst zu erreichen.
Unterscheidung zu ähnlichen Arten
Weißstorch: besitzt einen überwiegend weißen Körper mit schwarzen Schwungfedern, während der Schwarzstorch größtenteils dunkel gefärbt ist und einen weißen Bauch besitzt.
Graureiher: zieht im Flug den Hals charakteristisch S-förmig ein. Der Schwarzstorch fliegt dagegen mit vollständig ausgestrecktem Hals.
Greifvögel: unterscheiden sich vor allem durch Körperform, Schwanz, Schnabel und Flugbild – nicht durch einen grundsätzlich eingezogenen Hals.
Den Abdimstorch würde ich aus einem deutschen Artenporträt herauslassen. Er kommt hauptsächlich in Afrika vor und ist für die Bestimmung eines Schwarzstorchs in Mitteleuropa kaum relevant.

Spektakuläre Balzflüge
Während der Balz können Schwarzstorchpaare auffällige Synchronflüge zeigen. Dabei kreisen beide Partner eng nebeneinander in der Thermik und präsentieren teilweise ihre weißen Unterschwanzdecken.
Dokumentiert sind außerdem schnelle Richtungswechsel und sogenannte Darting Flights, bei denen die Vögel plötzlich beschleunigen oder ihre Flugrichtung verändern. Von „spiralförmigen Sturzflügen“ würde ich dagegen nicht sprechen.
Jagd am Wasser
Bei der Nahrungssuche watet der Schwarzstorch meist langsam durch flache Gewässer und stößt mit dem Schnabel nach Fischen, Amphibien und anderen Wassertieren. Studien zeigen eine deutliche Vorliebe für flache, strukturreiche Gewässer mit gutem Beuteangebot.
Die bisherige Aussage, er breite seine Flügel aus, um Reflexionen zu reduzieren oder Fische zu verwirren, würde ich streichen. Dafür finde ich keine ausreichend belastbare Beschreibung speziell für den Schwarzstorch.
Beobachtungstipp
Wer Schwarzstörche beim Segeln beobachten möchte, hat bei geeigneter Thermik vor allem vom späten Vormittag bis zum Nachmittag gute Chancen. An Nahrungsgewässern können sie dagegen auch morgens und später am Tag aktiv sein.
Im Spätsommer steigen die Chancen zusätzlich, weil Jungvögel ausgeflogen sind und sich Schwarzstörche vor dem Zug häufiger außerhalb der unmittelbaren Brutplätze zeigen.

Der Lebensraum des Schwarzstorchs – zwischen Wald und Wasser
Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) ist auf ruhige, naturnahe Landschaften angewiesen. Anders als der Weißstorch brütet er überwiegend versteckt in großen Waldgebieten und benötigt gleichzeitig geeignete Gewässer zur Nahrungssuche.
Idealhabitat: Alte Wälder mit Gewässern
Besonders geeignet sind störungsarme Laub- und Mischwälder mit alten, kräftigen Bäumen. Wichtig sind vor allem:
Alte Horstbäume: Eichen, Buchen und Kiefern werden häufig genutzt. Regional brütet der Schwarzstorch auch in Fichten oder anderen Baumarten.
Guter Anflug: Der Horst befindet sich bevorzugt in strukturreichen Altholzbeständen mit ausreichend freiem Raum zum An- und Abfliegen.
Gewässer: Naturnahe Bäche, Waldtümpel, Sümpfe und Feuchtwiesen liefern Fische, Amphibien, Krebse und Insekten.
Entfernung: Nahrungshabitate liegen meist nur wenige Kilometer vom Nest entfernt, können in Einzelfällen aber 5–12 km entfernt sein.
Im Frankenwald werden beispielsweise auch Fichten mit abgebrochenen Wipfeln und sogenannten Kronleuchterwipfeln als Horststandorte genutzt.
Brutplätze: Große Horste in alten Bäumen
Der Schwarzstorch baut seinen Horst meist auf einem kräftigen Seitenast, nahe am Stamm oder auf einem abgebrochenen Baumwipfel. Die Nester befinden sich häufig in etwa 8–20 Metern Höhe. In manchen Regionen werden auch Felsnischen als Brutplätze genutzt.
Geeignete Horste werden über viele Jahre immer wieder ausgebessert. Dadurch können sie zu mächtigen, mehrere Zentner schweren Konstruktionen anwachsen. Ein stabiler Horstbaum ist deshalb besonders wichtig.
Ruhe ist entscheidend
Schwarzstörche reagieren besonders zu Beginn der Brutzeit empfindlich auf Störungen. Entscheidend ist dabei nicht nur Lärm, sondern auch Sichtschutz rund um den Horst. Selbst regelmäßig genutzte Forstwege können in der Nähe liegen, solange der Brutplatz ausreichend abgeschirmt bleibt.
Zu dichter Unterwuchs unmittelbar am Brutplatz ist ebenfalls nicht ideal. Nach dem Ausfliegen halten sich junge Schwarzstörche zeitweise am Boden auf und profitieren dort von ausreichender Übersicht.

Nahrungsreviere: Bäche, Feuchtwiesen und Waldgewässer
Der Schwarzstorch sucht seine Nahrung bevorzugt in flachen, naturnahen Bächen, Waldtümpeln, Feuchtgebieten und gemähten Wiesen. Dabei watet er langsam durch das Wasser und stößt mit seinem langen Schnabel nach Beute.
Auf dem Speiseplan stehen vor allem:
Fische
Frösche und andere Amphibien
Amphibienlarven
Krebse
Wasserinsekten und andere Wirbellose
gelegentlich Kleinsäuger
Besonders wertvoll sind störungsarme Gewässer mit natürlicher Ufervegetation und einem guten Nahrungsangebot.
Verbreitung in Deutschland
In Deutschland liegen die wichtigsten Vorkommen des Schwarzstorchs in den waldreichen Mittelgebirgsregionen. Besonders die westlichen und nördlichen Mittelgebirge sind großflächig besiedelt.
Weitere Schwerpunkte reichen vom Thüringer Wald und Frankenwald über das Vogtland bis zum Erzgebirge und Elbsandsteingebirge. Das norddeutsche Tiefland ist dagegen nur lückenhaft besiedelt.
Bestand und Entwicklung
Der Schwarzstorch war in Deutschland zeitweise fast verschwunden. Mitte des 20. Jahrhunderts wurden nur noch etwa 10–25 Paare angegeben.
Durch den Rückgang direkter Verfolgung und intensive Schutzmaßnahmen erholte sich der Bestand deutlich. Für den Zeitraum 2011–2016 wurde der deutsche Bestand auf etwa 800–900 Paare geschätzt. Eine aktuelle Veröffentlichung des Bundesamtes für Naturschutz führt diese Größenordnung weiterhin als Referenz an.
Trotz dieser positiven langfristigen Entwicklung bleiben der Schutz alter Horstbäume, störungsarmer Wälder und naturnaher Gewässer entscheidend für die Zukunft des Schwarzstorchs.

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Gefährdung und Schutz
Trotz seiner langfristigen Bestandserholung bleibt der Schwarzstorch (Ciconia nigra) auf störungsarme Wälder und intakte Feuchtlebensräume angewiesen.
Zu den wichtigsten Gefährdungen gehören:
Verlust geeigneter Brut- und Nahrungshabitate
Entwässerung und Austrocknung von Bächen, Feuchtwiesen und Waldgewässern
Forstarbeiten und andere Störungen in der Nähe besetzter Horste
längere Trockenperioden, die wichtige Nahrungsgewässer austrocknen lassen
Gerade trockene Sommer können problematisch sein: Niedrige Wasserstände und ausgetrocknete Waldbäche verschlechtern das Nahrungsangebot deutlich.

Wichtige Schutzmaßnahmen
Besonders wirksam sind:
Schutz bekannter Horstbäume und störungsarmer Altholzbestände
während der Brutzeit möglichst keine störenden Arbeiten im Umfeld besetzter Horste
Erhalt und Renaturierung von Waldbächen, Feuchtwiesen, Auen und Kleingewässern
langfristiger Erhalt großer, strukturreicher Waldgebiete
Als fachliche Richtlinie wird häufig empfohlen, vom 1. März bis 31. August im Umkreis von etwa 300 Metern um einen besetzten Horst störende Aktivitäten zu vermeiden. Im unmittelbaren Umfeld sollte die Waldstruktur möglichst dauerhaft erhalten bleiben.
Fazit: Ein Botschafter für intakte Waldlandschaften
Der Schwarzstorch steht wie kaum ein anderer Vogel für die Verbindung von alten Wäldern und naturnahen Gewässern. Wo er erfolgreich brüten kann, finden sich meist auch störungsarme Waldstrukturen und geeignete Feuchtlebensräume.
Sein Schutz kommt deshalb nicht nur dem Schwarzstorch selbst zugute, sondern zahlreichen weiteren Tier- und Pflanzenarten.
Beobachtungstipp
Besonders nach der Brutzeit im Spätsommer steigen die Chancen, Schwarzstörche an offenen Bächen, Teichen oder Feuchtwiesen zu beobachten.

Die Nahrung des Schwarzstorchs – Jäger zwischen Wald und Wasser
Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) ernährt sich fast ausschließlich von tierischer Nahrung. Was auf seinem Speiseplan steht, hängt stark vom jeweiligen Lebensraum und vom verfügbaren Beuteangebot ab.
Hauptnahrung: Fische und Amphibien
Besonders wichtig sind Fische und Amphibien. Schwarzstörche suchen ihre Beute vor allem in flachen, naturnahen Bächen, Waldtümpeln, Sümpfen und anderen Feuchtgebieten.
Zur typischen Nahrung gehören:
kleine Fische
Frösche, Molche und andere Amphibien
Kaulquappen und andere Amphibienlarven
Krebse
Wasserinsekten und deren Larven
Auch auf feuchten oder frisch gemähten Wiesen können Schwarzstörche nach Nahrung suchen.
Geschickte Jagd im flachen Wasser
Bei der Nahrungssuche watet der Schwarzstorch langsam durch seichtes Wasser und beobachtet aufmerksam seine Umgebung. Entdeckt er eine Beute, stößt er mit seinem langen, kräftigen Schnabel schnell zu.
Besonders wertvoll sind deshalb naturnahe Bäche und Feuchtgebiete mit einer vielfältigen Tierwelt. Solche Nahrungsflächen können mehrere Kilometer vom Horst entfernt liegen.
Weitere Beutetiere
Neben Fischen und Amphibien nutzt der Schwarzstorch auch verschiedene Wirbellose, darunter Wasserinsekten und Krebse. Je nach Angebot können weitere kleine Tiere hinzukommen, sie spielen gegenüber der typischen Gewässernahrung jedoch eine untergeordnete Rolle.

Jagdtechniken des Schwarzstorchs
Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) jagt überwiegend in flachen Gewässern. Dabei bewegt er sich langsam durch Bäche, Tümpel oder Überschwemmungsflächen und sucht aufmerksam nach Beute.
Waten: Mit langsamen Schritten durchsucht er seichtes Wasser und stößt mit seinem langen Schnabel schnell nach Fischen, Amphibien oder anderen Wassertieren.
Abwarten: Gelegentlich verharrt er ruhig und nutzt eine günstige Gelegenheit zum Beutefang.
Nahrungssuche an Land: Auf feuchten oder gemähten Wiesen erbeutet er auch Insekten wie Heuschrecken.
Das zuvor genannte „Schattenfischen“ durch Ausbreiten der Flügel würde ich streichen. Dieses Jagdverhalten ist von einigen Reiherarten bekannt, für den Schwarzstorch aber nicht als typische Jagdtechnik belegt.
Nahrung der Jungvögel
Während der Jungenaufzucht transportieren die Altvögel die Nahrung zum Horst und würgen sie für die Jungvögel wieder hervor.
Untersuchungen an Nestern in Mitteleuropa zeigen, dass dabei Fische deutlich überwiegen. Ergänzend wurden Frösche, Amphibienlarven und verschiedene Wirbellose nachgewiesen. In einer Untersuchung aus Tschechien und Polen betrug die durchschnittliche Länge der gefundenen Fische etwa 12,8 cm.

Nahrung hängt von Jahreszeit und Lebensraum ab
Der Schwarzstorch besitzt keinen starren saisonalen Speiseplan. Entscheidend ist, welche Beute gerade verfügbar ist.
Während der Brutzeit spielen Fische und andere Wassertiere eine besonders wichtige Rolle. Nach der Brut und während des Zuges können Schwarzstörche dagegen verstärkt offene Flächen nutzen. In Südostbulgarien dominierten beispielsweise zeitweise Heuschrecken die Nahrung.
Wenn Nahrungsgebiete verschwinden
Für den Schwarzstorch sind intakte Bäche, Waldtümpel, Feuchtwiesen und Überschwemmungsflächen entscheidend. Entwässerung, Gewässerverbauung und das Austrocknen kleiner Gewässer können geeignete Nahrungsflächen erheblich verschlechtern.
Der Schutz und die Renaturierung naturnaher Fließgewässer helfen deshalb nicht nur dem Schwarzstorch, sondern auch Fischen, Amphibien, Wasserinsekten und zahlreichen weiteren Arten. Der LBV bezeichnet den Schwarzstorch entsprechend als Leitart naturnaher Fließgewässerökosysteme.
Fazit: Spezialist zwischen Wald und Wasser
Der Schwarzstorch ist eng an die Verbindung von störungsarmen Wäldern und naturnahen Gewässern gebunden. Besonders während der Brutzeit sind fisch- und amphibienreiche Bäche und Feuchtgebiete eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche Jungenaufzucht.

Verhalten des Schwarzstorchs
Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) gilt als ausgesprochen scheuer und zurückgezogen lebender Vogel. Besonders zu Beginn der Brutzeit reagiert er empfindlich auf Störungen in der Nähe seines Horstes. Wiederholte Annäherungen können im schlimmsten Fall zur Aufgabe des Brutplatzes führen.
Territorial und meist einzelgängerisch
Während der Brutzeit verteidigen Schwarzstörche ihr Revier gegenüber Artgenossen. Auffällige Balz- und Revierflüge im Frühjahr sind deshalb ein Hinweis auf ein besetztes Brutgebiet.
Außerhalb der Fortpflanzungszeit leben Schwarzstörche überwiegend einzeln oder in kleinen Gruppen. Während des Vogelzugs können sich jedoch mehrere Tiere an geeigneten Rast- und Nahrungsplätzen sammeln.
Aktivität und Ruhe
Der Schwarzstorch ist tagaktiv und unternimmt während der Brutzeit regelmäßig weite Nahrungsflüge zwischen Horst und geeigneten Gewässern.
Beim Ruhen steht er wie andere Störche häufig auf einem Bein. Ruhe- und Schlafplätze befinden sich auf Bäumen oder anderen sicheren erhöhten Standorten.
Intensive Gefiederpflege
Schwarzstörche verbringen einen Teil ihrer Zeit mit sorgfältiger Gefiederpflege. Dabei reinigen und ordnen sie ihre Federn mit dem Schnabel.
Auch gegenseitige Gefiederpflege – sogenanntes Allopreening – wurde zwischen Partnern beobachtet. Videoaufnahmen brütender Schwarzstörche zeigen sowohl Selbstpflege als auch gegenseitige Gefiederpflege und regelmäßige Arbeiten am Horst.
Fürsorge für die Jungvögel
In den ersten Wochen nach dem Schlupf werden die Jungvögel von einem Elternteil gehudert. Dabei schützt der Altvogel die noch empfindlichen Küken mit seinem Körper vor Kälte, Regen oder starker Sonne.
Während dieser Phase bleibt zunächst fast ständig ein Elternteil am Horst. Mit zunehmendem Alter der Jungen können schließlich beide Altvögel gleichzeitig zur Nahrungssuche aufbrechen.
Das Verhalten des Schwarzstorchs zeigt, wie stark diese Art auf Ruhe, sichere Brutplätze und ungestörte Nahrungsgebiete angewiesen ist.

Fortpflanzung des Schwarzstorchs – heimlich in alten Wäldern
Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) brütet versteckt in ruhigen Waldgebieten. Seine Fortpflanzung ist eng an alte Horstbäume, störungsarme Brutplätze und ausreichend Nahrungsgewässer gebunden.
Balz und Paarbildung
Nach der Rückkehr in das Brutgebiet beginnen Balz und Revierverhalten. Schwarzstörche zeigen dabei auffällige gemeinsame Flugbewegungen und Revierflüge. Am Horst gehören ritualisierte Körperhaltungen und verschiedene pfeifende oder zischende Laute zur Verständigung.
Schwarzstörche führen eine monogame Saisonehe. Durch ihre starke Ortstreue können sich jedoch in mehreren Jahren dieselben Partner wieder am Brutplatz treffen.
Der Horst: großes Nest in alten Bäumen
Beide Partner beteiligen sich am Horstbau. Die Nester bestehen aus kräftigen Ästen und werden innen mit feinerem Pflanzenmaterial ausgepolstert.
Horsthöhe: meist etwa 10–18 m
Horstbäume: unter anderem alte Buchen, Eichen, Kiefern oder Fichten
Standort: häufig auf kräftigen Seitenästen mit gutem Anflug
Nutzung: geeignete Horste können über mehrere Jahre wiederverwendet und stetig vergrößert werden
Felsbruten kommen in Deutschland ebenfalls vor, sind jedoch selten.
Brut und Eiablage
In Deutschland findet normalerweise eine Brut pro Jahr statt. Das BfN nennt überwiegend 2–4 Eier, während andere Quellen auch Gelege mit 3–5 beziehungsweise gelegentlich 6 Eiern angeben.
Die Eier werden vor allem von Mitte April bis Mitte Mai gelegt. Beide Eltern beteiligen sich an der Bebrütung.
Brutdauer: etwa 32–38 Tage
Nestlingszeit: ungefähr 64–70 Tage
Geschlechtsreife: frühestens ab dem dritten Lebensjahr
Bruten: eine pro Jahr

Aufzucht der Jungstörche
Nach dem Schlupf sind die jungen Schwarzstörche zunächst vollständig auf ihre Eltern angewiesen. In den ersten Wochen bleibt meistens ein Altvogel am Horst und bewacht den Nachwuchs.
Beide Eltern bringen Nahrung zum Nest und würgen sie dort für die Jungvögel hervor. Nach etwa zwei Monaten werden die Jungen flügge. Selbst danach können sie noch bis zu zwei Wochen zum Horst zurückkehren und werden anschließend noch mehrere Wochen von den Eltern geführt.
Schutz der Brutplätze
Schwarzstörche reagieren besonders zu Beginn der Brutzeit sehr empfindlich auf Störungen. Horstschutz gehört deshalb zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen.
Als fachliche Richtlinie empfiehlt der LBV während der Zeit vom 1. März bis 31. August einen störungsarmen Bereich von rund 300 Metern um den besetzten Horst. Innerhalb von etwa 100 Metern sollten zudem ganzjährig keine Maßnahmen erfolgen, die die Waldstruktur am Brutplatz stark verändern. Diese Abstände sind jedoch nicht bundesweit einheitlich gesetzlich vorgeschrieben.
Künstliche Horstplattformen können dort sinnvoll sein, wo ein natürlicher Horst abgestürzt ist oder geeignete stabile Brutplätze fehlen.
Beobachtungstipp
Wer Schwarzstörche beobachten möchte, sollte keine bekannten Horste oder regelmäßigen Anflugwege gezielt aufsuchen. Wesentlich besser ist die Beobachtung aus großer Entfernung an geeigneten Feuchtgebieten oder während der Thermikflüge.
Produkttipp: Fernglas für störungsfreie Vogelbeobachtung
Ein gutes 8×42- oder 10×42-Fernglas ermöglicht die Beobachtung von Schwarzstörchen aus sicherer Entfernung, ohne sich den empfindlichen Brutplätzen nähern zu müssen.
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Steckbrief des Schwarzstorchs
Name: Schwarzstorch
Wissenschaftlicher Name: Ciconia nigra
Familie: Störche (Ciconiidae)
Ordnung: Schreitvögel (Ciconiiformes)
Körpergröße: etwa 90–105 cm
Flügelspannweite: etwa 173–205 cm
Gewicht: ungefähr 2,4–3 kg
Aussehen: überwiegend schwarzes, metallisch grünlich bis violett schimmerndes Gefieder; weiße Unterseite; bei Altvögeln rote Beine und roter Schnabel
Lebensraum: störungsarme Laub-, Misch- und regional auch Nadelwälder mit naturnahen Bächen, Tümpeln, Feuchtwiesen und Sümpfen
Nahrung: vor allem Fische, Amphibien und deren Larven, Krebse sowie Insekten
Sozialverhalten: territorial während der Brutzeit; monogame Saisonehe
Geschlechtsreife: frühestens ab dem 3. Lebensjahr
Eiablage: hauptsächlich Mitte April bis Mitte Mai
Gelegegröße: meist 2–4 Eier, je nach Quelle auch 3–5
Brutdauer: etwa 32–38 Tage
Nestlingszeit: ungefähr 64–70 Tage
Bruten: eine pro Jahr
Zugverhalten: Langstreckenzieher; überwintert überwiegend in Afrika südlich der Sahara
Lebenserwartung: Ein beringter Schwarzstorch erreichte nachweislich etwa 18,5 Jahre; in menschlicher Obhut sind deutlich höhere Alter möglich.




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