„Der Grünspecht (Picus viridis) – Ein farbenprächtiger Bodenjäger“
Aktualisiert: vor 3 Tagen

Erscheinungsbild des Grünspechts
Der Grünspecht (Picus viridis) ist mit seinem auffälligen Gefieder kaum zu übersehen.
Größe: etwa 30–36 cm
Flügelspannweite: etwa 45–51 cm
Oberseite: überwiegend olivgrün
Bürzel: auffällig gelbgrün und besonders im Flug gut sichtbar
Unterseite: heller, meist grau- bis grünlich gefärbt
Kopf: roter Scheitel und schwarze Gesichtsmaske
Männchen: rotes Zentrum im schwarz umrandeten Bartstreif
Weibchen: vollständig schwarzer Bartstreif
Schnabel: kräftig und meißelförmig
Männchen und Weibchen sehen sich ansonsten sehr ähnlich. Typisch ist außerdem der bogenförmige Wellenflug des Grünspechts.
Stimme und Kommunikation
Der Grünspecht wird oft gehört, bevor man ihn sieht. Sein bekanntester Ruf klingt wie ein weithin hörbares Lachen.
Ruf: eine schnelle Reihe von „kjück-kjück-kjück“- oder „klü-klü-klü“-Lauten
Balz und Revier: Im Frühjahr werden die lachenden Rufreihen besonders intensiv zur Revierabgrenzung und Partnersuche eingesetzt.
Trommeln: Im Gegensatz zu vielen anderen Spechten trommelt der Grünspecht nur selten. Seine Stimme ist für die Revierkommunikation wesentlich wichtiger.
Kontaktlaute: Neben den auffälligen Rufreihen besitzt er verschiedene kürzere Rufe zur Kommunikation.

Lebensraum und Verbreitung
Der Grünspecht (Picus viridis) lebt in weiten Teilen Europas und angrenzenden Regionen Westasiens. Mehr als 90 % seines weltweiten Verbreitungsgebietes liegen in Europa.
Bevorzugt werden halboffene, strukturreiche Landschaften mit alten Bäumen und offenen Bodenflächen:
lichte Laub- und Mischwälder
Waldränder und Wiesen
Streuobstwiesen
Parks, Friedhöfe und größere Gärten
Brachen und Feldgehölze
Entscheidend sind alte Bäume für Bruthöhlen und ausreichend Ameisen auf kurzrasigen oder offenen Flächen.
Ernährung und Jagdverhalten
Der Grünspecht ist unter den europäischen Spechten besonders stark auf Ameisen spezialisiert.
Hauptnahrung: Ameisen sowie deren Larven und Puppen
Bodenjagd: Er sucht seine Nahrung überwiegend am Boden und öffnet Ameisennester mit seinem kräftigen Schnabel.
Lange Zunge: Seine klebrige Zunge kann bis zu 10 cm über die Schnabelspitze hinaus vorgestreckt werden.
Nahrungsmenge: Ein Grünspecht kann etwa 2.000 Ameisen am Tag aufnehmen.
Weitere Nahrung: Gelegentlich frisst er auch andere Insekten, Regenwürmer, Schnecken, Beeren und Obst.
Auch im Winter sucht er gezielt nach Ameisennestern. Starke Schneedecken können ihm die Nahrungssuche allerdings erheblich erschweren.
Brutbiologie
Die Brutzeit liegt hauptsächlich zwischen April und Juli.
Bruthöhle: Meist in alten Laubbäumen, häufig etwa 2–10 m über dem Boden
Einflugloch: ungefähr 6 × 7 cm
Gelege: meist etwa 5–8 weiße Eier
Brutdauer: ungefähr 14–17 Tage
Nestlingszeit: rund 3–4 Wochen
Fütterung: Beide Eltern versorgen die Jungen mit hochgewürgten Ameisen.

Besondere Verhaltensweisen
Klettern: Mit kräftigen Füßen und steifen Schwanzfedern hält sich der Grünspecht sicher an Baumstämmen.
Flug: Typisch ist der wellenförmige Flug mit abwechselnden Flügelschlägen und kurzen Gleitphasen.
Kommunikation: Im Gegensatz zu vielen anderen Spechten trommelt er nur selten. Sein weithin hörbarer Lachruf ist für Revier und Partnersuche wichtiger.
Winter: Der Grünspecht ist überwiegend Standvogel und bleibt ganzjährig in seinem Revier. Größere Wintertrupps sind für ihn nicht typisch.
Gefährdung und Schutz
Der Grünspecht (Picus viridis) ist in Deutschland derzeit nicht selten. Für den Zeitraum 2017–2022 werden etwa 69.000 bis 125.000 Reviere angegeben.
Wichtige Lebensraumverluste entstehen vor allem durch:
Verlust alter Streuobstwiesen und Altbäume
Verschwinden kurzrasiger, ameisenreicher Flächen
intensive Nutzung von Grünland und Einsatz von Insektiziden
Beseitigung geeigneter Höhlen- und Brutbäume
Zum Schutz helfen der Erhalt alter Bäume, extensiv gepflegte Wiesen, Streuobstbestände und ein möglichst geringer Insektizideinsatz.
Fun Fact: Nicht die Zunge selbst wird „hinter dem Auge eingerollt“. Das stark verlängerte Zungenbein-System verläuft beim Grünspecht ungewöhnlich weit um den Schädel und reicht sogar durch die rechte Nasenregion. Dadurch kann er seine lange Zunge weit aus dem Schnabel herausstrecken und Ameisen aus ihren Gängen holen.
Fazit
Mit seinem grünen Gefieder, dem lachenden Ruf und seiner Spezialisierung auf Ameisen gehört der Grünspecht zu den auffälligsten heimischen Spechten. Gleichzeitig profitieren zahlreiche andere Tiere von seinen Höhlen – ein weiterer Grund, alte Bäume und strukturreiche Kulturlandschaften zu erhalten.

Lebensraum, Nahrung und Fortpflanzung des Grünspechts (Picus viridis)
Der Grünspecht gehört zu den auffälligsten heimischen Spechten. Sein Lebensraum ist eng mit alten Bäumen und ameisenreichen Offenflächen verbunden.
Lebensraum
Der Grünspecht bevorzugt halboffene, strukturreiche Landschaften:
Streuobstwiesen: Alte Obstbäume bieten Bruthöhlen, kurzrasige Flächen reichlich Ameisen.
Waldränder und Lichtungen: Auch lichte Laub- und Mischwälder sind geeignet. Geschlossene Wälder nutzt er vor allem dort, wo Wiesen, Lichtungen oder andere offene Bereiche vorhanden sind.
Parks und Gärten: Friedhöfe, Alleen, größere Gärten und städtische Brachen können gute Lebensräume sein, wenn alte Bäume und geeignete Nahrungsflächen vorhanden sind.
Der Grünspecht ist standorttreu und nutzt innerhalb seines Reviers regelmäßig dieselben Nahrungsplätze. Feste Reviergrößen lassen sich jedoch nicht allgemein angeben, da sie stark vom Lebensraum und Nahrungsangebot abhängen.
Nahrung und Jagdverhalten
Der Grünspecht ist unter den europäischen Spechten besonders stark auf Ameisen spezialisiert.
Hauptnahrung: Ameisen sowie deren Larven und Puppen.
Bodenjagd: Anders als viele andere Spechte sucht er seine Nahrung überwiegend am Boden.
Lange Zunge: Seine klebrige Zunge kann bis zu 10 cm über die Schnabelspitze hinaus vorgestreckt werden und erreicht dadurch Ameisen tief in ihren Gängen.
Weitere Nahrung: In geringerem Umfang frisst er andere Insekten, Regenwürmer, Schnecken sowie Beeren und Obst.
Auch im Winter bleibt er überwiegend bei seiner Ameisennahrung. Starke und länger anhaltende Schneedecken können jedoch problematisch werden, weil Ameisennester dann schwerer erreichbar sind.

Fortpflanzung und Brutbiologie
Die Balz beginnt bereits im Winter und wird im Frühjahr intensiver. Besonders auffällig sind die langen, lachenden Rufreihen des Grünspechts.
Bruthöhle: Meist in älteren Laub- oder Obstbäumen. Vorhandene Höhlen können wiederverwendet werden.
Gelege: meist 5–8 weiße Eier im April oder Mai.
Brut: Beide Partner wechseln sich beim Brüten ab.
Jungvögel: Nach dem Ausfliegen bleiben sie noch längere Zeit mit den Eltern in Kontakt.
Nachnutzer: Verlassene Höhlen bieten später unter anderem Meisen, Kleibern, Fledermäusen und Siebenschläfern Unterschlupf.
Ökologische Bedeutung und Schutz
Der Grünspecht ist besonders auf alte Bäume und ameisenreiche Offenflächen angewiesen. Seine Höhlen schaffen zugleich wertvolle Lebensräume für zahlreiche andere Tierarten.
Gefährdet werden geeignete Lebensräume vor allem durch den Verlust von Streuobstwiesen, alten Höhlenbäumen und extensiv genutztem Grünland. Auch intensive Düngung und Pestizide können das Nahrungsangebot verschlechtern.
Wichtige Schutzmaßnahmen sind daher der Erhalt alter Bäume und Streuobstwiesen, extensiv gepflegte Wiesen sowie ein möglichst geringer Einsatz von Insektiziden.
Fun Fact: Der Grünspecht war Vogel des Jahres 2014. Seine Wahl machte besonders auf den Wert von Streuobstwiesen, alten Bäumen und strukturreichen Kulturlandschaften aufmerksam.
Fazit
Mit seinem lachenden Ruf, seiner Spezialisierung auf Ameisen und seinen selbst angelegten Baumhöhlen ist der Grünspecht ein besonderer Bewohner unserer Kulturlandschaft. Von seinem Schutz profitieren gleichzeitig viele andere Arten.

Gesang des Grünspechts
Im Gegensatz zu vielen anderen Spechten trommelt der Grünspecht (Picus viridis) nur selten. Für die Revierabgrenzung und Partnersuche nutzt er vor allem seine auffällige Stimme.
Besonders bekannt ist sein weithin hörbarer lachender Ruf, der wie eine schnelle Folge von „kjück-kjück-kjück“ oder „klü-klü-klü“ klingt. Während der Balzzeit im Frühjahr werden daraus längere Rufreihen, die dem Grünspecht den Beinamen „Lachvogel“ eingebracht haben.
Auch außerhalb der Balz ist der Ruf das ganze Jahr über zu hören und wird häufig sogar im Flug geäußert. Neben den langen Rufreihen besitzt der Grünspecht verschiedene kürzere Kontakt- und Erregungsrufe.

Bestandsentwicklung des Grünspechts (Picus viridis)
Der Grünspecht hat sich in Deutschland nach früheren Bestandsrückgängen deutlich erholt. Für den Zeitraum 2017–2022 werden etwa 69.000 bis 125.000 Reviere angegeben; der kurzfristige Bestandstrend ist zunehmend.
Auch europaweit gilt der Grünspecht derzeit als nicht gefährdet („Least Concern“) und sein Bestand wird als stabil eingeschätzt. BirdLife schätzt den europäischen Brutbestand auf rund 1,2 bis 2,05 Millionen Paare.
Warum sich der Bestand regional unterscheidet
Entscheidend ist vor allem die Qualität des Lebensraums:
Streuobstwiesen, Parks und alte Baumbestände bieten geeignete Brutplätze.
Kurzrasige Wiesen und offene Flächen ermöglichen die Suche nach Ameisen.
Auch Industriebrachen und städtische Grünflächen können inzwischen wichtige Lebensräume sein.
Problematisch sind dagegen der Verlust alter Höhlenbäume, die Umwandlung von Grünland, intensive Bewirtschaftung und der Einsatz von Pestiziden.
Einfluss des Wetters
Milde Winter können dem Grünspecht zugutekommen, weil Ameisennester leichter erreichbar bleiben. Lange Frost- und Schneeperioden erschweren dagegen die Nahrungssuche und können zu Bestandsrückgängen führen.
Bestände zuverlässig erfassen
Für belastbare Aussagen sind langfristige, standardisierte Brutvogel-Monitoringprogramme besonders wichtig. Ergänzend können Beobachtungen aus Citizen-Science-Projekten helfen, Veränderungen in Verbreitung und Auftreten zu erkennen.
Fazit
Der Grünspecht gehört derzeit zu den Arten mit einer vergleichsweise positiven Bestandsentwicklung in Deutschland. Damit das so bleibt, braucht er strukturreiche Landschaften mit alten Bäumen, Streuobstwiesen und ameisenreichen Offenflächen.

Maßnahmen zur Unterstützung des Grünspechts (Picus viridis)
Lebensraum erhalten und verbessern
Streuobstwiesen schützen: Alte hochstämmige Obstbäume erhalten und fehlende Bäume nachpflanzen.
Alt- und Höhlenbäume stehen lassen: Sie bieten wichtige Brut- und Schlafplätze.
Waldränder und Wiesen strukturreich halten: Kurzrasige, extensiv genutzte Flächen erleichtern die Ameisensuche.
Totholz erhalten: Davon profitieren zahlreiche Insekten und andere Tiere.
Nahrungsgrundlage sichern
Der Grünspecht lebt vor allem von Ameisen. Deshalb helfen:
Verzicht auf Ameisengifte und Insektizide
möglichst wenig Düngung auf Wiesen und Rasen
offene Bodenstellen und naturnahe Grünflächen erhalten
vorhandene Ameisennester nicht zerstören
Eine gezielte Winterfütterung mit Fettfutter würde ich nicht empfehlen. Der Grünspecht ist kein typischer Futterhausvogel und sucht auch im Winter überwiegend natürliche Nahrung.
Brutplätze schützen
Statt künstliche Nisthöhlen aufzuhängen, ist beim Grünspecht vor allem der Erhalt geeigneter alter Bäume entscheidend. Bestehende Spechthöhlen sollten nicht beseitigt werden und Brutbäume möglichst dauerhaft erhalten bleiben.

Gefahren reduzieren
Störungen und unnötige Eingriffe sollten besonders an bekannten Brutplätzen vermieden werden. Alte Höhlenbäume dürfen während der Brutzeit nicht gefällt oder stark beeinträchtigt werden.
In Parks, Gärten und Streuobstwiesen hilft vor allem eine naturnahe Pflege: weniger Düngung, keine Ameisengifte und möglichst wenig Pestizide. Dadurch bleiben wichtige Nahrungsflächen erhalten.
Wissenschaft und Monitoring
Beobachtungen können über Plattformen wie ornitho.de gemeldet werden und damit zur Dokumentation der Verbreitung beitragen. Besonders wertvoll sind langfristige Brutvogelkartierungen, bei denen Reviere und Bestandsentwicklungen über viele Jahre erfasst werden.
Die wichtigsten Schutzmaßnahmen
Am wirksamsten ist die Kombination aus:
Erhalt alter Höhlen- und Obstbäume
Schutz und Pflege von Streuobstwiesen
extensiv genutzten, kurzrasigen Wiesen
Erhalt von Totholz
Verzicht auf Ameisengifte und Insektizide
Streuobstwiesen sind besonders wertvoll, weil sie alte Bäume, Höhlen, Totholz und artenreiches Grünland auf engem Raum verbinden.
Tipp: Schon kleine Maßnahmen können helfen: einen alten Obstbaum erhalten, Ameisen im Garten dulden oder einen Teil der Wiese weniger intensiv pflegen.

Steckbrief Grünspecht
Name: Grünspecht
Wissenschaftlicher Name: Picus viridis
Weitere Namen: Erdspecht, Lachender Specht
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Spechtvögel (Piciformes)
Familie: Spechte (Picidae)
Unterfamilie: Echte Spechte (Picinae)
Größe: etwa 30–36 cm
Flügelspannweite: etwa 45–51 cm
Gewicht: etwa 140–200 g
Lebenserwartung: mehrere Jahre, einzelne Tiere können über 10 Jahre alt werden
Aussehen: olivgrüne Oberseite, gelbgrüner Bürzel, roter Scheitel und schwarze Gesichtsmaske
Zugverhalten: überwiegend Standvogel
Nahrung: vor allem Ameisen und deren Larven und Puppen; daneben andere Insekten, Würmer, Schnecken, Beeren und Obst
Verbreitung: große Teile Europas sowie angrenzende Gebiete Westasiens
Lebensraum: Streuobstwiesen, Waldränder, lichte Wälder, Parks, Friedhöfe, Gärten und andere halboffene Landschaften mit alten Bäumen und Ameisenflächen.
Natürliche Feinde: unter anderem Habicht, Uhu und verschiedene Säugetiere; Eier und Jungvögel können zudem von Mardern erbeutet werden
Paarungs- und Balzzeit: vor allem Februar bis April
Brutzeit: überwiegend April bis Juni
Gelege: meist 5–8 weiße Eier
Brutdauer: etwa 14–17 Tage
Nestlingszeit: etwa 3–4 Wochen. Beide Eltern beteiligen sich an Brut und Jungenaufzucht.
Sozialverhalten: außerhalb der Fortpflanzungszeit überwiegend einzeln; während der Brutzeit paarweise
Gefährdungsstatus: nicht vom Aussterben bedroht; der Bestand in Deutschland zeigt derzeit sogar einen positiven Trend.




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