Der Lilienstein: Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz – Berg der Geschichte, Aussichten und Abenteuer
- Vagabundo
- 25. Sept. 2025
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 2 Tagen

Wer einmal die Sächsische Schweiz besucht hat, kommt an einem Berg nicht vorbei: dem Lilienstein. Wie ein wuchtiger Sandsteinriese thront er über dem Elbtal und zieht mit seiner markanten Form sofort alle Blicke auf sich. Kein Wunder, dass er als Wahrzeichen des Nationalparks gilt.
In diesem Blogbeitrag nehme ich euch mit auf eine kleine Reise zum Lilienstein – einem Ort, an dem Natur, Geschichte und Abenteuer auf faszinierende Weise zusammenkommen.
Ein Fels mit Charakter: Lage & Geologie
Der Lilienstein erhebt sich 415 Meter über dem Meeresspiegel und liegt östlich der Elbe, direkt gegenüber der berühmten Festung Königstein. Er gehört zur Familie der Tafelberge, die für das Elbsandsteingebirge so typisch sind – und ist der einzige dieser Art rechts der Elbe.
Seine Entstehung reicht Millionen Jahre zurück: Durch Erosion und tektonische Kräfte hat sich dieser gewaltige Sandsteinblock geformt – ein stiller Zeuge der Urzeit. Heute bietet er Wanderern nicht nur ein tolles Ziel, sondern auch eine Reise durch die geologische Geschichte Sachsens.
Geschichte: Von Steinzeit-Menschen zu August dem Starken
Frühe Besiedlung: Feuersteinfunde belegen Aktivitäten ab 12.000 v. Chr. Bronzezeitliche Keramik deutet auf kultische Nutzung hin 15.
Mittelalterliche Burg: Um 1200 errichteten die böhmischen Könige die Burg Lilienstein. Nach 1402 ging sie an Sachsen über und verfiel ab 1550. Grundmauern wurden 1894 bei Grabungen freigelegt 1512.
Königlicher Aufstieg: 1708 ließ August der Starke Stufen an der Südseite anlegen, um den Berg zu besteigen. Ein Obelisk am Osthorn erinnert daran (2008 rekonstruiert) 157.
Militärgeschichte: 1756 kapitulierte hier die sächsische Armee im Siebenjährigen Krieg vor Preußen

Historischer Hintergrund
Errichtung: Der Obelisk wurde 1708 zu Ehren von August dem Starken (Kurfürst von Sachsen und König von Polen) errichtet, nachdem dieser den Lilienstein bestieg. Er markiert den Ort, wo der Monarch während der Besteigung rastete.
Rekonstruktion: Das heutige Monument ist eine Rekonstruktion von 2008, da das Original im 19. Jahrhundert verfiel. Der neue Obelisk folgt dem barocken Design des Originals.
Standort & Zugang
Position: Er steht am Osthorn des Gipfelplateaus, nahe der Aussichtsplattform mit Panoramablick zur Festung Königstein und ins Elbtal.
Aufstiegsrouten:
Südaufstieg: Steiler, historischer Pfad mit in Fels gehauenen Stufen (genutzt von August dem Starken).
Nordaufstieg: Gemäßigter Weg mit Metalltreppen.
Technische Details
Material: Gefertigt aus Sandstein, passend zur geologischen Struktur des Elbsandsteingebirges.
Gestaltung: Schlichte Säule mit einer Inschriftentafel, die an die Besteigung 1708 erinnert. Ursprünglich trug sie das königliche Monogramm.
Bedeutung heute
Symbol der Landesgeschichte: Steht für die Verbindung von Naturerlebnis und sächsischer Herrschaftsgeschichte.
Touristisches Highlight: Zusammen mit der Berggaststätte (seit 1893) und den Panoramaaussichten ein zentraler Anlaufpunkt auf dem Lilienstein.
Praktische Hinweise für Besucher
Wegbeschreibung: Vom Parkplatz in Königstein über die Fähre nach Halbestadt, dann Wanderung entlang der Markierung "blauer Strich" zum Südaufstieg (ca. 2,5 Std. Gesamtzeit).
Ausrüstung: Festes Schuhwerk erforderlich – steile Passagen mit Stufen und Gittertreppen.
Tipp: Besuch bei Sonnenaufgang oder -untergang für dramatische Lichtstimmungen über dem Elbtal.
Warum der Obelisk sehenswert ist
„Hier verbinden sich die Kraft der Natur und die Spuren menschlicher Geschichte – der Obelisk ist ein stummer Zeuge sächsischer Identität.“
Der Obelisk ist kein ägyptisches Relikt, sondern ein kulturhistorisches Denkmal des Barock. Seine Lage auf dem Lilienstein – dem Symbol des Nationalparks – macht ihn zu einem markanten Zielpunkt für Wanderer und Geschichtsinteressierte.
Mehr erfahren:
Aktuelle Wanderkarten: OutdoorActive-Routen Königstein–Lilienstein.

Wandern & Klettern: Wege für alle Ansprüche
Aufstiegsrouten
Südaufstieg:
Steil, aber schnell (30 Min.): Historischer Weg mit in Fels gehauenen Stufen und Gittertreppen, genutzt von August dem Starken.
Nordaufstieg:
Gemäßigter (1900 angelegt): Führt über Metalltreppen und weniger steile Pfade. Ideal für Abstiege.
Barrierefreie Umrundung:
Rollstuhl-Tour "Einmal um den Lilienstein" (4,4 km): Asphaltierte Wege durch Pappelalleen ("Napoleonstraße"), vorbei am Örtchen Ebenheit und der Jugendbildungsstätte Sellnitz. Tipp: Nur mit Begleitung bei Nässe meiden.
Kletterparadies
Drei freigegebene Gipfel: Liliensteinnadel, Liliensteinwächter und "Heini" – reguliert durch die Sächsischen Kletterregeln

Aussichtspunkte: 360°-Panorama über Elbsandsteingebirge
Vom Gipfelplateau reicht der Blick:
Süden: Festung Königstein, Pfaffenstein, Hoher Schneeberg (Děčínský Sněžník).
Westen: Dresden, Bärensteine, Windberg.
Norden: Elbbogen bei Rathen mit Bastei-Felsen, Keulenberg, Burg Stolpen.
Osten: Schrammsteine, Großer Winterberg, Lausitzer Gebirge (bis 84 km zum Smrk) 15.Magische Momente: Sonnenaufgang über dem Elbtal oder Abendrot über der Festung Königstein.
Anbindung an Wanderwege & Kultur
Malerweg-Etappen 7 & 8:
Etappe 7 (16,6 km): Führt von Kurort Gohrisch über Pfaffenstein zur Festung Königstein – mit Steilstücken und Leitern ("Nadelöhr") 16.
Etappe 8 (13,8 km): Endet in Pirna nach Passieren des Rauensteins und Robert-Sterl-Hauses 8.
Fernwanderwege:Zittau–Wernigerode, Eisenach–Budapest (EB) und E3

Praktische Infos für Besucher
Anreise:
Auto: Wanderparkplatz am Lilienstein (Kleingeld für Parkscheinautomat: 5 €/Tag).
Bahn: S-Bahn nach Königsstein, dann Fähre über die Elbe.
Berggaststätte:Geöffnet April–Oktober. Versorgung per Materialseilbahn seit 1893.
Events:
Sellnitzfest (Spätsommer): Jugendbildungsstätte am Ostfuß.
Bergwiesenfest (Herbst): Im Weiler Ebenheit.
Tipps:
Festes Schuhwerk für steile Aufstiege!
Parkautomaten akzeptieren nur Münzen (50ct, 1€, 2€).
Warum der Lilienstein ein Muss ist
„Hier vereinen sich Dramatik der Erdgeschichte, Spuren menschlicher Epochen und ein Panorama, das Maler inspirierte – der Lilienstein ist die Seele des Elbsandsteins.“
Ob als Tagesausflug von Dresden (30 Min. Fahrt), als Höhepunkt des Malerwegs oder für eine barrierefreie Entdeckungstour: Der Lilienstein bietet mehr als nur Aussicht. Er ist ein Open-Air-Museum – von der Steinzeit über sächsische Kurfürsten bis zum modernen Naturschutz.
Vertiefung:
Aktuelle Kletterregeln: Sächsischer Bergsteigerbund

Interaktive Karte + GPX-Download
Interaktive Karte (z. B. via Komoot)
Du kannst die Route hier direkt online einsehen und nachlaufen (du brauchst ggf. ein kostenloses Konto):
GPX-Datei zum Download
Wenn du eine GPX-Datei für dein GPS-Gerät oder eine App wie Komoot, Maps.me, OsmAnd oder Locus Map brauchst, gib mir Bescheid – ich kann sie für dich generieren oder eine passende empfehlen.
Packliste für die Wanderung zum Lilienstein
Kategorie | Empfehlung |
Schuhe | Feste Wanderschuhe mit Profil |
Kleidung | Wetterangepasst, ggf. Regenjacke |
Verpflegung | Wasser (mind. 1 l), Snack/Brotzeit |
Sicherheit | Handy mit Offline-Karte, ggf. Powerbank |
Optional | Kamera, Fernglas, Sonnenhut, Sonnencreme |

Beste Tageszeit & Fotospots
Empfohlene Tageszeit:
Morgen (ca. 7–10 Uhr): Weniger los, tolle Lichtstimmung mit Nebel in den Tälern
Abend (ca. 17–20 Uhr im Sommer): Sonnenuntergang mit Blick nach Westen → perfekter Spot!
Top-Fotospots auf dem Lilienstein:
Nordwestliche Klippenkante: Blick auf die Elbe & Festung Königstein
Südostseite: Aussicht Richtung Papststein & Böhmische Schweiz
Obelisk am höchsten Punkt – historisch und markant
Weitere lohnenswerte Tafelberge in der Nähe
Name | Besonderheiten |
Pfaffenstein | Mit Barbarine-Felsnadel, Höhlen, weniger überlaufen |
Gohrisch | Aussichtsplattformen in alle Richtungen |
Papststein | Kleiner, aber wunderschöner Rundblick |
Schrammsteine | Spektakuläre Gratwanderung, nur für Schwindelfreie |
Zschirnstein | Höchster Berg der Sächsischen Schweiz (561 m), sehr ruhig |



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