Willkommen im Naturpark Kyffhäuser
Aktualisiert: vor 4 Tagen
Wo Barbarossa schlummert, kannst du was erleben!
Willkommen im Naturpark Kyffhäuser im Norden Thüringens – einer außergewöhnlichen Landschaft, in der Geschichte, Geologie und Artenvielfalt auf engem Raum zusammentreffen. Auf rund 305 km² verbindet der Naturpark das Kyffhäusergebirge mit Hainleite, Windleite, Goldener Aue und dem Stausee Kelbra.
Gipskarst, trockene Steppenrasen, alte Buchenwälder und Feuchtgebiete schaffen Lebensräume für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig erzählen Kyffhäuserdenkmal, Barbarossahöhle, mittelalterliche Burgruinen und historische Kulturlandschaften von einer Region, in der Natur und menschliche Geschichte seit Jahrhunderten eng miteinander verbunden sind.
Hier sind die schönsten Naturerlebnisse, Wanderwege und Sehenswürdigkeiten im Naturpark Kyffhäuser: 👉 Rundwanderung Barbarossahöhle–Bendeleben als PDF ansehen

Naturpark Kyffhäuser – Wandern, Barbarossahöhle & Geschichte
Der Naturpark Kyffhäuser im Norden Thüringens verbindet auf rund 305 km² eine außergewöhnliche Mischung aus Gipskarst, Steppenrasen, Buchenwäldern, Streuobstwiesen und Feuchtgebieten. Dazu kommen einige der bekanntesten historischen Sehenswürdigkeiten Mitteldeutschlands – vom Kyffhäuserdenkmal über die Barbarossahöhle bis zum Panorama Museum in Bad Frankenhausen.
Naturpark Kyffhäuser: Das Wichtigste auf einen Blick
Lage: Nordthüringen, südlich des Harzes
Fläche: rund 30.500 ha beziehungsweise 305 km²
Höchster Punkt: Kulpenberg mit 473 m
Landschaften: Kyffhäusergebirge, Hainleite, Windleite, Goldene Aue und Feuchtgebiete am Stausee Kelbra
Geologie: Gips- und Anhydritkarst, Zechsteingesteine, Muschelkalk und Buntsandstein
GeoPark: Teil des Nationalen GeoParks Kyffhäuser – kein UNESCO Global Geopark
Besondere Lebensräume: Steppenrasen, Kalkmagerrasen, Buchenwälder, Streuobstwiesen und Binnensalzstellen.

Geologie: Gipskarst, Felsen & uralte Meere
Die Landschaft des Südkyffhäusers wird besonders durch Gips und Anhydrit aus der Zechsteinzeit geprägt. Diese Gesteine entstanden vor rund 250 Millionen Jahren, als sich in einem flachen Meer mächtige Salz- und Gipsablagerungen bildeten.
Wasser löst das leicht verwitternde Gestein bis heute auf. Dadurch entstanden Dolinen, Karstquellen, Höhlen und kahle Felsflächen, die dem Südhang sein ungewöhnlich trockenes, fast steppenartiges Aussehen verleihen. Dolinen und Erdfälle verständlich erklärt – PDF ansehen
Barbarossahöhle – Naturwunder unter Tage
Die Barbarossahöhle bei Rottleben gehört zu den geologischen Höhepunkten der Region. Sie wurde 1865 bei der Suche nach Kupferschiefer entdeckt und ist eine von weltweit nur zwei touristisch erschlossenen Höhlen im Anhydritgestein.
Breite Hohlräume, bizarre Deckengebilde und kristallklare unterirdische Seen sorgen für eine ungewöhnliche Atmosphäre. Die Temperatur liegt ganzjährig bei etwa 9 °C.
Die Höhle kann ausschließlich im Rahmen einer Führung besucht werden. Von April bis Oktober beginnen Führungen täglich zwischen 10 und 17 Uhr; im Winterhalbjahr gelten verkürzte Zeiten und montags bleibt die Höhle in der Regel geschlossen.
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Artenvielfalt zwischen Wald und Steppe
Der Naturpark gehört zu den botanisch besonders vielfältigen Landschaften Thüringens. Mehr als 1.300 Pflanzenarten wurden in der Region nachgewiesen. Allein bei den Orchideen nennt der Naturpark 31 Arten.
Auf den sonnigen Trockenrasen wachsen unter anderem:
Frühlings-Adonisröschen
Federgräser
Purpur-Knabenkraut
Brand-Knabenkraut
Bienen-Ragwurz
Frauenschuh
Das Purpur-Knabenkraut kommt beispielsweise im Zechsteingürtel des Kyffhäusers und in der Hainleite vor.
Wildkatze, Uhu & Kraniche
Auch die Tierwelt ist ungewöhnlich abwechslungsreich. In den großen Buchenwäldern der Hainleite findet die Europäische Wildkatze Rückzugsräume. Der Uhu brütet seit den 1990er-Jahren wieder regelmäßig im Naturpark.
Besonders spektakulär wird es im Norden des Naturparks: Rund um den Stausee Kelbra wurden mehr als 300 Vogelarten beobachtet. Während des Vogelzugs rasten hier regelmäßig tausende Kraniche.
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Kyffhäuserdenkmal – Wahrzeichen über der Goldenen Aue
Über den Resten der mittelalterlichen Reichsburg Kyffhausen erhebt sich das 81 Meter hohe Kyffhäuserdenkmal. Es wurde zwischen 1890 und 1896 zu Ehren Kaiser Wilhelm I. errichtet und ist nach Angaben des Betreibers das drittgrößte Denkmal Deutschlands.
Im unteren Bereich sitzt die monumentale Figur des sagenhaften Kaisers Friedrich I. Barbarossa, darüber erhebt sich das Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I.
Vom Denkmal reicht der Blick über die Goldene Aue und bei sehr guter Fernsicht bis zum Brocken im Harz.
Zur Anlage gehören außerdem:
Reste der Reichsburg Kyffhausen
Burgmuseum
historischer Burgbrunnen
Ausstellungen zur Geschichte des Denkmals
Aussicht vom Turm
Das Denkmal ist ganzjährig geöffnet; von April bis Oktober derzeit täglich von 9:30 bis 18:00 Uhr, im Winterhalbjahr von 10:00 bis 17:00 Uhr.

Barbarossa – zwischen Geschichte und Sage
Friedrich I. Barbarossa lebte vermutlich von etwa 1122 bis 1190 und gehörte zu den bedeutendsten Herrschern der Stauferzeit. Sein italienischer Beiname Barbarossa bedeutet „Rotbart“.
Berühmt wurde im Kyffhäuser jedoch vor allem die spätere Sage: Barbarossa soll tief im Berg an einem steinernen Tisch schlafen. Sein roter Bart wachse um den Tisch, während draußen Raben den Berg umkreisen. Erst wenn seine Zeit gekommen sei, werde der Kaiser erwachen.
Diese Legende verbindet die Region bis heute mit Barbarossa – obwohl das heutige Kyffhäuserdenkmal tatsächlich Kaiser Wilhelm I. gewidmet wurde.
Königspfalz Tilleda – Mittelalter zum Anfassen
Am Nordrand des Kyffhäusergebirges liegt die Königspfalz Tilleda. Die archäologische Anlage macht die Welt mittelalterlicher Könige und Kaiser anschaulich erlebbar.
Rekonstruierte Gebäude, Wallanlagen und archäologische Fundstellen vermitteln einen Eindruck davon, wie ein bedeutender königlicher Aufenthaltsort im Mittelalter ausgesehen haben könnte.
2026 finden auf dem Gelände weiterhin archäologische Arbeiten und Rekonstruktionen statt; Teile der Hauptburg können deshalb zeitweise gesperrt sein.

Kyffhäuserweg – 37 Kilometer Natur & Geschichte
Wer Natur und Kultur miteinander verbinden möchte, findet mit dem Kyffhäuserweg eine der schönsten Möglichkeiten.
Der zertifizierte Qualitätsweg Wanderbares Deutschland ist 37 Kilometer lang und als Rundtour in drei Etappen angelegt. Start und Ziel liegen in Bad Frankenhausen.
Etappe 1 – Südkyffhäuser
8,8 km
Von Bad Frankenhausen führt die Route durch die markante Gipskarstlandschaft bis zur Barbarossahöhle. „PDF ansehen“
Etappe 2 – Kyffhäuserwald
12,5 km
Buchenwälder, Kulpenberg, Burgruinen und das Kyffhäuserdenkmal bestimmen diesen Abschnitt.
Etappe 3 – Streuobstwiesen & Mittelalter
15,9 km
Die letzte Etappe führt durch Streuobstlandschaften Richtung Tilleda und verbindet Naturerlebnis mit mittelalterlicher Geschichte. Streuobstweg Bad Frankenhausen – PDF ansehen
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Landschaftspflege: Warum Schafe so wichtig sind
Viele der wertvollen Trocken- und Magerrasen sind keine unberührte Wildnis, sondern das Ergebnis jahrhundertelanger Bewirtschaftung.
Schafe, Ziegen und teilweise Rinder verhindern, dass offene Flächen vollständig verbuschen. Gleichzeitig transportieren die Tiere Samen und schaffen unterschiedliche Vegetationshöhen, von denen zahlreiche Insekten- und Pflanzenarten profitieren.
Am Südkyffhäuser werden beispielsweise größere Offenflächen weiterhin mit wandernden Schafherden gepflegt.
Panorama Museum Bad Frankenhausen
Ein völlig anderes Highlight wartet auf dem Schlachtberg über Bad Frankenhausen.
Das Panorama Museum wurde eigens für Werner Tübkes monumentales Rundgemälde „Frühbürgerliche Revolution in Deutschland“ errichtet.
Das Werk entstand von 1983 bis 1987 und misst:
14 Meter Höhe
123 Meter Umfang
1.722 m² Bildfläche
mehr als 3.000 Einzelfiguren.
Tübke zeigt nicht einfach die Schlacht von Frankenhausen. Das Gemälde ist vielmehr ein riesiges historisches Welttheater aus religiösen, gesellschaftlichen und politischen Szenen der frühen Neuzeit.
Der Ort wurde bewusst gewählt: Am 15. Mai 1525 fand bei Frankenhausen eine der entscheidenden Schlachten des Deutschen Bauernkriegs statt.

Besuch im Panorama Museum
Das Museum befindet sich in:
Am Schlachtberg 9, Bad Frankenhausen
Nach dem aktuell veröffentlichten Stand ist es Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der reguläre Eintritt liegt derzeit bei 9 Euro für Erwachsene, Kinder von 6 bis 16 Jahren zahlen 4 Euro.
Neben dem Rundgemälde zeigt das Museum wechselnde Kunstausstellungen und besitzt eine umfangreiche Sammlung zeitgenössischer figurativer Kunst.
Naturparkstation bei Bad Frankenhausen
Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte auch die Naturparkstation am Südhang des Kyffhäusergebirges einplanen.
Auf etwa drei Hektar werden unterschiedliche Lebensräume spielerisch vermittelt. Kinder können klettern, springen und Naturphänomene ausprobieren, während Erwachsene Magerrasen, Hecken und typische Böden kennenlernen.

Die schönsten Naturerlebnisse im Naturpark
Neben den großen Sehenswürdigkeiten lohnt sich Zeit für die weniger bekannten Landschaften:
Stausee Kelbra: bedeutendes Rastgebiet für Kraniche und andere Zugvögel
Esperstedter Ried: größte Binnensalzstellen Thüringens 📄 Binnensalzstellen verständlich erklärt – PDF ansehen
Hainleite: ausgedehnte Buchenwälder und Rückzugsgebiet der Wildkatze
Wipperdurchbruch: steile Muschelkalkhänge und großer Orchideenreichtum
Windleite: abwechslungsreiche Landschaft aus Wald, Äckern, Weiden und seltenen Sandtrockenrasen.
Praktische Tipps für deinen Besuch
Für einen ersten Besuch eignen sich Bad Frankenhausen und Kyffhäuserland besonders gut als Ausgangspunkte.
Wer nur einen Tag Zeit hat, kann beispielsweise morgens die Barbarossahöhle besuchen, anschließend zum Kyffhäuserdenkmal fahren und den Tag im Panorama Museum oder in Bad Frankenhausen ausklingen lassen.
Für Wanderer lohnt sich dagegen ein ganzes Wochenende auf dem Kyffhäuserweg.
Beste Reisezeit
April bis Juni: Orchideen, Adonisröschen und frisches Grün September und Oktober: angenehme Wandertemperaturen und Herbstfärbung Herbst: besonders spannend für Vogelbeobachtungen am Stausee Kelbra
Im Hochsommer können die offenen Südhanglagen sehr heiß und trocken werden. Sonnenschutz und ausreichend Wasser gehören deshalb unbedingt in den Rucksack.

Vagabundo-Tipp
Wenn du den Kyffhäuser wirklich verstehen möchtest, kombiniere Geologie, Natur und Geschichte miteinander.
Eine ideale Reihenfolge für zwei Tage wäre:
Tag 1: Bad Frankenhausen – Südkyffhäuser – Barbarossahöhle
Tag 2: Kyffhäuserdenkmal – Königspfalz Tilleda – Panorama Museum
So erlebst du nicht nur einzelne Sehenswürdigkeiten, sondern verstehst, warum diese kleine Mittelgebirgslandschaft so außergewöhnlich vielfältig ist.
Fazit: Warum der Naturpark Kyffhäuser begeistert
Der Naturpark Kyffhäuser lebt von seinen Gegensätzen. Trockene Steppenrasen grenzen an schattige Buchenwälder, Gipskarst trifft auf Feuchtgebiete und mittelalterliche Geschichte auf monumentale Kunst des 20. Jahrhunderts.
Die Barbarossahöhle erzählt von Millionen Jahren Erdgeschichte, das Kyffhäuserdenkmal von deutscher Erinnerungskultur und das Panorama Museum von Revolution, Macht und gesellschaftlichem Wandel.
Dazwischen liegen Orchideenwiesen, Streuobstbestände, Kranichrastplätze und stille Wanderwege.
Gerade diese Mischung macht den Kyffhäuser zu einem der spannendsten Natur- und Kulturreiseziele in Nordthüringen.


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