Der Naturpark unteres Saaletal
- 9. Dez. 2023
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Tagen
Einzigartiges Erscheinungsbild von Landschaft, Kultur und Geschichte.

Naturpark Unteres Saaletal: Ein Reiseführer durch Sachsens-Anhalts Wiege der Könige
Wer auf der Suche nach einer Landschaft ist, die dramatische Felsformationen mit jahrtausendealter Geschichte verbindet, kommt am Naturpark Unteres Saaletal nicht vorbei. Auf einer Fläche von rund 40.800 Hektar erstreckt sich dieses Juwel entlang der Saale von Halle bis Nienburg.
Seit seiner offiziellen Gründung im Jahr 2005 bietet der Park eine einzigartige Kulisse für Wanderer, Radfahrer und Geschichtsinteressierte. In diesem Beitrag erfahren Sie, warum die Region um Wettin und das Saaletal ein absolutes Muss für Ihren nächsten Ausflug in Sachsen-Anhalt ist.

Burg Wettin: Die Wiege des europäischen Adels
Hoch oben auf einem Porphyrfelsen thront die Burg Wettin. Sie ist weit mehr als nur eine mittelalterliche Befestigungsanlage; sie ist der Stammsitz der Wettiner, eines der bedeutendsten Fürstengeschlechter Europas.
Geschichte und heutige Nutzung
Die Burg wurde bereits im Jahr 961 als „Vitin civitas“ erwähnt. Von hier aus startete der Aufstieg einer Dynastie, die über Jahrhunderte Könige und Kurfürsten in Sachsen, Polen und sogar Großbritannien stellte.
Bildung mit Ausblick: Seit 1991 beherbergt die Burg ein Gymnasium mit speziellem Kunstzweig und Internat.
Architektur: Die Anlage unterteilt sich in Ober- und Unterburg. Besonders sehenswert sind das Winkelsche Palais im Rokoko-Stil und der markante Winckelturm von 1606.
Besucher-Tipp: Die Außenanlagen sind frei zugänglich. Genießen Sie im Burgcafé den Panoramablick über das Saaletal, während Sie in die Geschichte eintauchen.

Konrad I., besser bekannt als Konrad der Große, war eine der einflussreichsten Herrscherpersönlichkeiten des 12. Jahrhunderts. Als Markgraf von Meißen und der Lausitz legte er den entscheidenden Grundstein für den Aufstieg des Hauses Wettin zu einer europäischen Dynastie, die über 800 Jahre lang die Geschichte Mitteldeutschlands prägen sollte.
Merkmal | Details |
Lebensdaten | 1098 bis 5. Februar 1157 |
Titel | Markgraf von Meißen und der Niederlausitz |
Dynastie | Haus Wettin (Stammvater der Hauptlinien) |
Grablege | Kloster Petersberg bei Halle (Saale) |
Burg Wettin: Öffnungszeiten und Besichtigung
Die Burg Wettin ist als Stammsitz der Wettiner ein historisches Highlight. Da die Oberburg heute als Gymnasium genutzt wird, konzentriert sich der Tourismus auf die Außenanlagen, den Winckelturm und das Burgcafé.
Öffnungszeiten der Information und Sehenswürdigkeiten
Die Wettin-Information ist die zentrale Anlaufstelle für Stadt- und Burgführungen:
Montag & Dienstag: 12:00 – 17:00 Uhr
Mittwoch: Geschlossen
Donnerstag: 12:00 – 18:00 Uhr
Freitag: 11:00 – 15:00 Uhr
Nikolaikirche (Wettin): April bis Oktober täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Templerkapelle (Mücheln): April bis September von 09:00 bis 19:00 Uhr zugänglich.
Burgcafé Wettin
Für eine Rast bietet das Burgcafé in der Unterburg hausgebackenen Kuchen und Speisen mit Panoramablick:
Dienstag bis Freitag: ab 12:00 Uhr
Samstag & Sonntag: ab 11:00 Uhr
Montag: Ruhetag
Verweislinks für Besucher:
Wichtige Hinweise für Ihren Ausflug
Um die Natur im Unteren Saaletal sicher zu genießen, empfiehlt es sich, festes Schuhwerk zu tragen. Da der Geopfad teilweise durch ehemalige Bergbaugebiete führt, sollten die markierten Wege nicht verlassen werden.
Geologie zum Anfassen: Das "Lehrbuch der Erdgeschichte"
Das Untere Saaletal ist ein geologisches Freiluftmuseum. Die Saale hat sich hier bis zu 100 Meter tief in das Gestein gegraben und dabei Schichten freigelegt, die Millionen von Jahren alt sind.
Element | Beschreibung |
Porphyr-Kuppen | Vulkanisches Gestein (ca. 290 Mio. Jahre alt), besonders markant bei Wettin und Halle. |
Weiße Wand (Dobis) | Ein fossiles Zechstein-Riff, das Einblicke in ein urzeitliches Meer bietet. |
Tektonik | Die Halle-Hettstedter Gebirgsbrücke sorgt für die charakteristischen Höhenunterschiede. |
Durch das niederschlagsarme Klima – eines der trockensten in ganz Deutschland – haben sich hier Steppenrasen entwickelt, die man sonst eher in Osteuropa vermuten würde.

Flora und Fauna: Ein Paradies für Entdecker
Die ökologische Vielfalt des Naturparks ist beeindruckend. In den wechselfeuchten Auenwäldern und auf den trockenen Porphyrkuppen finden seltene Arten einen Rückzugsraum.
Pflanzenwelt: Im Frühjahr leuchten die Trockenrasen durch die violetten Blüten der Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) und das Gelb des Frühlings-Adonisröschens.
Tierwelt: Neben dem fleißigen Elbe-Biber und dem schillernden Eisvogel gibt es eine Besonderheit: Der farbenfrohe Bienenfresser brütet in den Trockenwiesen bei Rothenburg.
Greifvögel: Halten Sie Ausschau nach Rot- und Schwarzmilanen, die über den Steilhängen kreisen.

Aktivurlaub im Saaletal: Wandern und Radfahren
Ob Sie die Region lieber auf zwei Rädern oder zu Fuß erkunden, der Naturpark bietet für jeden Anspruch die passende Route.
Die besten Ausflugsziele
Saale-Radwanderweg: Auf 68 Kilometern führt der Weg durch den Naturpark, vorbei an Burgen und durch malerische Flusslandschaften.
Geopfad Wettin: An 12 Stationen lernen Sie alles über die Entstehung der Landschaft und die regionale Gesteinsvielfalt.
Saalberg bei Rothenburg: Erklimmen Sie diesen Aussichtspunkt für einen unvergleichlichen Blick über die Auen und Porphyrhügel.
Kulturdenkmäler: Besuchen Sie die Klosterkirche St. Marien in Nienburg oder den geheimnisvollen Menhir „Steinerne Jungfrau“ bei Halle.
Geopfad Wettin: Eine Zeitreise durch die Erdgeschichte
Der Geopfad Wettin ist ein ca. 9 Kilometer langer Rundweg, der nordwestlich der Stadt verläuft. Er verbindet spektakuläre Aussichten mit spannenden Einblicken in den ehemaligen Steinkohle- und Kupferschieferbergbau der Region.
Die Route im Überblick
Länge: ca. 9,3 km
Dauer: ca. 3 bis 3,5 Stunden
Schwierigkeit: Leicht bis mittelschwer (überwiegend Feld- und Waldwege, einige Steigungen)
Start/Ziel: Parkplatz an der Ausflugsgaststätte „Jagdhütte“ (Könnernsche Str. 35, 06193 Wettin-Löbejün)
Wegverlauf und Stationen
Der Weg führt Sie an insgesamt 10 bis 12 Informationstafeln vorbei. Die wichtigsten Etappenziele sind:
Jagdhütte: Startpunkt mit Übersichtstafel.
Schweizerling: Markanter Aussichtspunkt.
Schutzhütte am Erkundungsschacht: Hier finden Sie Infomaterial zum Naturpark.
Mundloch des Dobiser Stollens: Zeugnis der Bergbaugeschichte.
Ilau-Teich und Pögritzmühle: Idyllische Abschnitte entlang des Tals.
Saaleradweg: Rückführung in Richtung Wettin mit Blick auf die Porphyrfelsen.
Offizieller Link zum Geopfad (Flyer & Karte): Geopfad Wettin – Naturpark Unteres Saaletal
Fazit: Ein Refugium für Körper und Geist
Der Naturpark Unteres Saaletal beweist, dass Natur und Kultur keine Gegensätze sind. Die Kombination aus vulkanischer Urgewalt, herrschaftlicher Geschichte und seltener Artenvielfalt macht die Region zwischen Halle und Bernburg zu einem der spannendsten Ziele in Mitteldeutschland.


Aktivitäten und Besucherinformationen
Für Besucher gibt es ein breites Angebot: Von geführten Exkursionen über Weinverkostungen im Salzatal bis hin zu Schifffahrten auf der Saale. Informationszentren befinden sich in Bernburg und Halle, wo auch detaillierte Karten und Broschüren erhältlich sind. Der Park ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, und viele Wege sind barrierefrei gestaltet.
Fazit
Der Naturpark Unteres Saaletal ist ein einzigartiges Refugium, in dem Natur, Geschichte und Erholung harmonisch miteinander verbunden sind. Seine landschaftliche Vielfalt, die seltenen Arten und die kulturhistorischen Schätze machen ihn zu einem lohnenden Ziel für jeden, der die Schönheit Sachsen-Anhalts entdecken möchte.




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