Das Eichhörnchen (Sciurus vulgaris): Ein faszinierender Waldbewohner
Aktualisiert: vor 20 Stunden
Das Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Wildtieren Europas. Mit seinem buschigen Schwanz, den großen dunklen Augen und seiner erstaunlichen Kletterkunst ist es in Wäldern, Parks und Gärten kaum zu übersehen.
Je nach Tier reicht die Fellfarbe von rotbraun über dunkelbraun bis fast schwarz. Besonders auffällig sind seine schnellen Sprünge von Ast zu Ast und die geschickte Nahrungssuche nach Nüssen, Samen, Früchten und Pilzen.
Als anpassungsfähiger Waldbewohner spielt das Eichhörnchen zudem eine wichtige Rolle im Ökosystem, etwa bei der Verbreitung von Samen.

Aussehen und Merkmale
Das Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) ist ein mittelgroßes Nagetier mit einer Körperlänge von etwa 20 bis 25 Zentimetern. Hinzu kommt der auffällig buschige Schwanz, der meist ungefähr 15 bis 20 Zentimeter lang wird.
Die Fellfarbe kann stark variieren und reicht von hellrot und rotbraun über dunkelbraun bis fast schwarz. Im Winter wirkt das Fell häufig dichter und teilweise grauer. Besonders auffällig sind die großen dunklen Augen, die kräftigen Hinterbeine und die spitzen Ohren mit den typischen Ohrpinseln, die vor allem im Winter deutlich ausgeprägt sein können.
Der lange Schwanz dient nicht nur als Erkennungsmerkmal. Beim Springen und Klettern hilft er dem Eichhörnchen, das Gleichgewicht zu halten und seine Bewegungen zu stabilisieren.
Lebensraum und Verbreitung
Das Eurasische Eichhörnchen ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet. Es lebt vor allem in Laub-, Misch- und Nadelwäldern, kommt aber auch regelmäßig in Parks, Alleen, Friedhöfen und größeren Gärten vor.
Besonders geeignet sind Lebensräume mit einem abwechslungsreichen Baumbestand und einem guten Angebot an Samen, Nüssen, Früchten und Versteckmöglichkeiten.
Für seine Ruhe- und Schlafplätze baut das Eichhörnchen kugelförmige Nester, sogenannte Kobel, meist hoch oben in den Baumkronen.

Ernährung
Das Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) ernährt sich überwiegend pflanzlich. Auf seinem Speiseplan stehen vor allem Nüsse, Samen, Baumknospen, Früchte, Beeren und Pilze. Gelegentlich frisst es auch Insekten und andere kleine tierische Nahrung.
Im Herbst legt das Eichhörnchen zahlreiche Vorräte an. Nüsse und Samen werden im Boden, unter Laub oder in Baumspalten versteckt und im Winter wieder aufgesucht. Nicht alle Verstecke werden wiedergefunden – dadurch können einige Samen keimen und zur natürlichen Verbreitung von Bäumen beitragen.
Verhalten und Fortpflanzung
Eichhörnchen sind hervorragende Kletterer und Springer. Mit ihren kräftigen Hinterbeinen und scharfen Krallen bewegen sie sich sicher durch die Baumkronen. Der buschige Schwanz hilft dabei als Balance- und Steuerhilfe.
Zur Aufzucht der Jungen baut das Weibchen einen kugelförmigen Kobel aus Zweigen, Blättern, Moos und anderem weichen Pflanzenmaterial.
Eichhörnchen können ein- bis zweimal im Jahr Nachwuchs bekommen. Nach einer Tragzeit von rund 38 Tagen bringt das Weibchen meist 2 bis 5 Junge zur Welt. Die Jungtiere kommen nackt und blind zur Welt und werden mehrere Wochen im Kobel gesäugt und geschützt.

Besonderheiten
Das Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) ist hervorragend an wechselnde Jahreszeiten angepasst. Im Winter hält es keinen Winterschlaf, sondern bleibt grundsätzlich aktiv. Bei sehr kaltem oder schlechtem Wetter kann es jedoch längere Ruhephasen im Kobel verbringen und seine Aktivität deutlich reduzieren.
Eine wichtige Rolle spielt das Eichhörnchen auch im Ökosystem. Beim Anlegen seiner Vorräte versteckt es zahlreiche Nüsse und Samen, von denen ein Teil später nicht wiedergefunden wird. Aus diesen Vorräten können neue Pflanzen und Bäume entstehen.
Auch Pilzsporen werden über Fell, Kot und Nahrung verbreitet. Damit trägt das Eichhörnchen zur natürlichen Verjüngung und Vielfalt des Waldes bei.

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Ernährung des Eichhörnchens – was frisst es?
Das Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) ist ein anpassungsfähiger Allesfresser. Seine Nahrung richtet sich stark nach Jahreszeit, Lebensraum und verfügbarem Nahrungsangebot.
Hauptnahrung
Besonders wichtig sind energiereiche pflanzliche Nahrungsmittel:
Nüsse und Baumfrüchte: Haselnüsse, Walnüsse, Eicheln und Bucheckern
Samen: Fichten- und Kiefernsamen sowie Sonnenblumenkerne
Früchte und Beeren: beispielsweise Äpfel, Birnen, Kirschen und verschiedene Waldbeeren
Pilze: gehören ebenfalls regelmäßig zum natürlichen Nahrungsspektrum
Knospen und Triebe: werden besonders bei knappem Nahrungsangebot gefressen
Tierische Nahrung
Obwohl pflanzliche Nahrung überwiegt, frisst das Eichhörnchen gelegentlich auch Insekten, Larven, Vogeleier und in seltenen Fällen Jungvögel oder andere kleine Tiere.
Vorräte für den Winter
Im Herbst verstecken Eichhörnchen Nüsse und Samen im Boden, unter Laub oder in Baumspalten. Im Winter suchen sie diese Vorräte wieder auf. Da nicht jedes Versteck gefunden wird, tragen sie gleichzeitig zur natürlichen Verbreitung von Samen bei.
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Jahreszeitliche Anpassungen
Die Ernährung des Eichhörnchens (Sciurus vulgaris) verändert sich im Laufe des Jahres deutlich.
Frühling: Knospen, junge Triebe, Samen und erste verfügbare Früchte stehen jetzt auf dem Speiseplan. Auch tierische Nahrung wie Insekten kann aufgenommen werden.
Sommer: Früchte, Beeren, Samen, Pilze und andere leicht verfügbare Nahrungsquellen gewinnen an Bedeutung.
Herbst: Jetzt beginnt die wichtigste Zeit für die Vorratshaltung. Eichhörnchen sammeln große Mengen an Nüssen und Samen und verstecken sie an zahlreichen Stellen.
Winter: Auch in der kalten Jahreszeit bleiben Eichhörnchen aktiv. Sie nutzen ihre angelegten Vorräte und suchen zusätzlich nach Samen, Knospen, Rinde und anderen verfügbaren Nahrungsquellen.
Vorratshaltung und Nahrungssuche
Eichhörnchen verteilen ihre Vorräte auf viele einzelne Verstecke im Boden, unter Laub oder an anderen geschützten Stellen. Dieses sogenannte Streuhorten verringert das Risiko, den gesamten Nahrungsvorrat auf einmal zu verlieren.
Besonders begehrt sind energiereiche Nüsse und Samen, da sie viele Fette und Nährstoffe liefern und sich gut lagern lassen.
Nicht jedes Versteck wird später wiedergefunden. Dadurch können zurückgelassene Samen keimen – und das Eichhörnchen trägt ganz nebenbei zur Verbreitung und Verjüngung von Bäumen bei.
Fazit
Das Eichhörnchen passt seine Ernährung flexibel an das saisonale Nahrungsangebot an. Seine Fähigkeit, Nahrung zu sammeln, zu verstecken und später wiederzufinden, hilft ihm dabei, auch Zeiten mit knappem Nahrungsangebot erfolgreich zu überstehen.

Fortpflanzung des Eichhörnchens
Das Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) kann je nach Alter, Nahrungsangebot und Lebensbedingungen ein- bis zweimal im Jahr Nachwuchs bekommen. Ältere Weibchen haben häufiger zwei Würfe, während junge Weibchen oft nur einmal im Jahr Junge bekommen.
Die Tragzeit beträgt ungefähr 36 bis 42 Tage. Ein Wurf besteht meist aus etwa 3 bis 5 Jungtieren, die nackt, blind und vollständig auf die Versorgung durch ihre Mutter angewiesen zur Welt kommen.
Paarungszeit
Die Paarungszeit kann bereits Ende Dezember oder Anfang Januar beginnen und sich – abhängig von den Umweltbedingungen – bis in den Sommer hinein erstrecken.
Typisch sind auffällige Verfolgungsjagden durch die Baumkronen. Dabei folgen häufig mehrere Männchen einem paarungsbereiten Weibchen. Die Männchen konkurrieren miteinander um die Möglichkeit zur Paarung.
Nach der Paarung beteiligt sich das Männchen nicht an der Jungenaufzucht. Das Weibchen kümmert sich allein um Nest, Geburt und Versorgung der Jungtiere. Als Kinderstube dient ein besonders gut ausgepolsterter Wurfkobel hoch in den Bäumen.

Trächtigkeitsdauer
Die Tragzeit des Eichhörnchens (Sciurus vulgaris) beträgt etwa 36 bis 42 Tage, häufig werden rund 38 Tage angegeben.
Wurf und Entwicklung der Jungen
Ein Wurf umfasst durchschnittlich etwa 3 bis 5 Jungtiere. Sie kommen nackt, blind und vollkommen hilflos zur Welt und sind vollständig auf ihre Mutter angewiesen.
Nach ungefähr 30 Tagen öffnen sich die Augen. Mit etwa sechs Wochen verlassen die Jungen erstmals häufiger den Kobel. Im Alter von ungefähr 8 bis 10 Wochen sind sie weitgehend entwöhnt und zunehmend selbstständig.
Aufzucht
Die Jungenaufzucht übernimmt allein das Weibchen. Es säugt, wärmt und schützt die Jungtiere im gut ausgepolsterten Wurfkobel.
Das Männchen beteiligt sich nach der Paarung nicht an der Aufzucht. Die Jungtiere bleiben auch nach ihren ersten Ausflügen zunächst in der Nähe der Mutter, bevor sie sich zunehmend selbstständig bewegen.
Geschlechtsreife
Junge Eichhörnchen werden meist noch vor Ende ihres ersten Lebensjahres geschlechtsreif. Ob sie sich bereits erfolgreich fortpflanzen, hängt jedoch stark von Körpergewicht, Nahrungsangebot und den jeweiligen Lebensbedingungen ab.

Lebenserwartung
Die Lebenserwartung des Eichhörnchens (Sciurus vulgaris) ist in freier Wildbahn vergleichsweise niedrig. Viele Jungtiere überleben ihr erstes Lebensjahr nicht.
In freier Wildbahn: Viele Tiere erreichen nur wenige Jahre. Unter günstigen Bedingungen können Eichhörnchen jedoch 6 bis 8 Jahre, einzelne Tiere auch noch älter werden.
In menschlicher Obhut: Bei guter Versorgung können Eichhörnchen ein höheres Alter erreichen als in freier Natur.
Faktoren, die die Lebenserwartung beeinflussen
Fressfeinde: Besonders Habicht, Marder und Hauskatzen können eine Gefahr darstellen.
Nahrungsmangel: Schlechte Samenjahre und lange Winter können die Überlebenschancen verringern.
Krankheiten und Parasiten: Infektionen, Parasitenbefall und Verletzungen können die Lebensdauer verkürzen.
Straßenverkehr: Besonders in Städten und Siedlungsgebieten stellt der Verkehr eine erhebliche Gefahr dar.
Lebensraumverlust: Das Entfernen alter Bäume und die Zerschneidung von Lebensräumen erschweren Nahrungssuche und Fortpflanzung.
Wetterextreme: Lange Frostperioden, Hitze oder starke Stürme können zusätzliche Belastungen verursachen.
Fazit
Eichhörnchen können mehrere Jahre alt werden, doch besonders Jungtiere sind zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Ihre hohe Anpassungsfähigkeit, die Vorratshaltung und regelmäßige Fortpflanzung helfen der Art, Verluste innerhalb der Population auszugleichen.

Niststätte des Eichhörnchens
Bauweise und Struktur
Das Nest des Eichhörnchens (Sciurus vulgaris) wird Kobel genannt. Es handelt sich um ein kugel- bis ovalförmiges Nest, das meist in einer Astgabel oder nahe am Baumstamm gebaut wird.
Größe: meist etwa 30 cm Durchmesser, größere Kobel können auch darüber liegen.
Außenbau: Zweige, Rinde, Blätter und anderes festes Pflanzenmaterial bilden die stabile Hülle.
Innenpolsterung: Moos, Gras, Blätter, Flechten, Federn oder Tierhaare sorgen für Wärme und Isolation.
Städtische Materialien: Gelegentlich werden auch Papier, Fäden oder andere vom Menschen stammende Materialien verbaut.
Der Kobel ist weitgehend geschlossen und schützt vor Regen, Wind und Kälte. Mehrere Öffnungen können dem Eichhörnchen zusätzliche Fluchtmöglichkeiten bieten. Bei künstlichen Kobelkästen empfiehlt der LBV ausdrücklich zwei Ausgänge, damit das Tier bei Gefahr ausweichen kann.
Bauzeit
Eichhörnchen können einen Kobel erstaunlich schnell errichten. Beobachtungen zeigen, dass der Bau innerhalb weniger Tage erfolgen kann. In einer dokumentierten Untersuchung entstand ein Kobel innerhalb von etwa drei Tagen.
Eichhörnchen besitzen häufig mehrere Kobel gleichzeitig und wechseln zwischen Schlaf-, Ruhe- und Wurfplätzen.

Standort und Höhe
Eichhörnchen bauen ihre Kobel meist hoch in Bäumen, bevorzugt in Astgabeln, Baumkronen oder nahe am Hauptstamm. Ein künstlicher Kobelkasten sollte laut LBV mindestens etwa 5 Meter hoch angebracht werden, möglichst so, dass Katzen und andere Feinde ihn nur schwer erreichen können.
Neben selbst gebauten Kobeln nutzen Eichhörnchen gelegentlich auch Baumhöhlen, verlassene Vogelnester oder geeignete Nistkästen. In Städten können sie zudem geschützte Bereiche an Gebäuden aufsuchen, wenn geeignete Baumstrukturen fehlen.
Mehrere Kobel und großer Aktionsraum
Ein Eichhörnchen nutzt meist mehrere Kobel gleichzeitig. Neben einem gut ausgepolsterten Haupt- oder Wurfkobel können weitere Nester als Schlaf-, Ruhe- oder Ausweichplätze dienen.
Der Aktionsraum hängt stark von Nahrungsangebot, Geschlecht, Jahreszeit und Lebensraum ab. In guten Mischwäldern kann er etwa 2–5 Hektar umfassen; bei geringer Nahrungsverfügbarkeit sind auch deutlich größere Flächen möglich. Männchen nutzen häufig größere Bereiche als Weibchen.

Mehrere Kobel als Rückzugsorte
Eichhörnchen besitzen meist mehrere Kobel, zwischen denen sie wechseln. Neben einem besonders gut gepolsterten Wurfkobel nutzen sie weitere Nester zum Schlafen, Ruhen oder als Ausweichplatz. Werden Kobel beschädigt, stark von Parasiten befallen oder durch Feinde unsicher, kann das Tier auf einen anderen Unterschlupf ausweichen.
Die ersten Jungen können bereits im Februarwurde geboren
Gefahren und Schutz im Garten
Baum- und Gehölzarbeiten:In1. März bis 30. September nicht beseitigt oder stark zurückgeschnitten werden; außerdem dürfen Lebensstätten wild lebender Tiere nicht ohne vernünftigen Grund zerstört werden.
Offene Regentonnen: Sie können für Eichhörnchen zur tödlichen Falle werden. Am besten werden sie abgedeckt; alternativ hilft ein raues Brett oder ein stabiler Ast als Ausstiegshilfe.
JaDer
Futter und Wasser: Besonders im Winter oder bei längeren Trockenperioden können eine erhöhte Futterstelle und täglich frisches Wasser helfen. Geeignet sind beispielsweise Wal- und Haselnüsse, Bucheckern, Sonnenblumenkerne und andere Samen. Das Futter sollte trocken und frei von Schimmel sein.
Insel Künstliche Eichhörnchenkobel können zusätzliche Rückzugs- und Schlafmöglichkeiten bieten. Zwei Ausgänge ermöglichen dem Tier bei Gefahr eine Fluchtmöglichkeit.
Verletzte oder hilflose Tiere: Nicht selbst aufziehen oder zwangsernähren. Das Tier möglichst sicher und ruhig unterbringen und eine Wildtierstation, einen Tierarzt oder eine spezialisierte Eichhörnchen-Auffangstation kontaktieren.

Feinde und Gefahren für Eichhörnchen
Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) sind flink und aufmerksam, haben aber dennoch mehrere natürliche Feinde. Besonders gefährlich wird es für sie, wenn sie sich am Boden aufhalten oder junge Tiere erstmals den Kobel verlassen.
Natürliche Fressfeinde
Zu den wichtigsten Feinden gehört der Baummarder. Er ist ein geschickter Kletterer und kann Eichhörnchen bis in die Baumkronen oder in die Nähe ihrer Kobel verfolgen.
Auch Greifvögel stellen eine Gefahr dar. Vor allem der Habicht kann Eichhörnchen bei der Nahrungssuche oder beim Wechsel zwischen Bäumen überraschen.
Am Boden können Wildkatzen, Hauskatzen und Füchse gefährlich werden. Besonders junge, unerfahrene oder geschwächte Eichhörnchen sind dort leichter zu erbeuten.
So schützen sich Eichhörnchen
Eichhörnchen besitzen verschiedene Strategien, um Feinden zu entkommen:
Sie nutzen mehrere Kobel als Rückzugs- und Ausweichplätze.
Bei Gefahr flüchten sie schnell in die Baumkronen.
Am Stamm können sie sich spiralförmig um den Baum bewegen, um einen Verfolger abzuschütteln.
Mit Warnlauten machen sie Artgenossen auf mögliche Gefahren aufmerksam.
Ihre hervorragende Kletterfähigkeit, schnelle Reaktionen und gute Kenntnis ihres Lebensraums sind die wichtigsten Schutzmechanismen gegen natürliche Feinde.

Menschgemachte Gefahren für Eichhörnchen
Neben natürlichen Feinden sind Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) zunehmend Gefahren ausgesetzt, die durch menschliche Siedlungen und Veränderungen ihres Lebensraums entstehen.
Straßenverkehr
Straßen gehören besonders in Städten und Vororten zu den größten Risiken. Eichhörnchen wechseln häufig zwischen Bäumen und Grünflächen und müssen dabei Straßen überqueren.
Zudem können stark befahrene Verkehrswege Lebensräume zerschneiden und den Austausch zwischen einzelnen Populationen erschweren.
Verlust geeigneter Lebensräume
Eichhörnchen benötigen alte Bäume als Nahrungsquelle, Rückzugsort und Standort für ihre Kobel. Werden alte Baumbestände entfernt oder Wälder stark vereinheitlicht, gehen wichtige Lebensräume verloren. Besonders alte Mischwälder bieten ein vielfältiges Nahrungsangebot.
Auch stark aufgeräumte Gärten mit wenigen Bäumen, Sträuchern und natürlichen Strukturen bieten weniger Nahrung und Schutz.
Gefahren im Garten
Auch alltägliche Gegenstände können zur Falle werden:
Regentonnen und offene Wasserbehälter: Abdecken oder mit einem rauen Brett beziehungsweise Ast als Ausstiegshilfe sichern.
Lose Netze und Schnüre: Eichhörnchen können sich darin verfangen und schwer verletzen.
Rattengift und Pestizide: Giftstoffe können direkt oder indirekt über die Nahrung aufgenommen werden.
Ungesicherte Futterstellen: Sie sollten möglichst so angebracht werden, dass Katzen sie nicht leicht erreichen können.

Wetter und Klimarisiken
Auch extreme Wetterbedingungen können Eichhörnchen belasten.
Stürme können Kobel beschädigen oder aus Bäumen reißen.
Lange Trockenperioden können das Angebot an Samen, Früchten und Pilzen verringern.
Spätfröste und längere Kälteperioden können besonders für Jungtiere problematisch sein.
Krankheiten und invasive Arten
Parasiten und Infektionskrankheiten können geschwächte Tiere zusätzlich belasten.
Das nordamerikanische Grauhörnchen (Sciurus carolinensis) stellt in Großbritannien und Teilen Europas eine Konkurrenz für das Europäische Eichhörnchen dar und kann ein Pockenvirus übertragen, gegen das das heimische Eichhörnchen besonders empfindlich ist.
In Deutschland ist das Grauhörnchen derzeit jedoch nicht etabliert. Das Bundesamt für Naturschutz führt lediglich Einzelfunde.
So kannst du Eichhörnchen helfen
Alte Bäume und natürliche Strukturen möglichst erhalten.
Regentonnen und andere offene Wasserbehälter sichern.
Lose Netze und Schnüre vermeiden.
Vor Baumarbeiten nach Kobeln suchen.
Bei Bedarf geeignete Eichhörnchen-Kobelkästen mit zwei Ausgängen anbieten.
Futter- und Wasserstellen möglichst sicher vor Katzen platzieren.
Ein naturnaher Garten mit Bäumen, Sträuchern und unterschiedlichen Samen- und Fruchtpflanzen bietet Eichhörnchen langfristig den besten Schutz.
💡 Wichtig: Verletzte oder verwaiste Eichhörnchen niemals selbst aufziehen – immer an Fachstationen übergeben (z. B. Eichhörnchen-Hilfe Berlin oder Eichhörnchen Schutz e.V.)⇨.


Steckbrief des Eichhörnchens
Name: Eichhörnchen
Weitere Namen: Europäisches Eichhörnchen, Eurasisches Eichhörnchen
Wissenschaftlicher Name: Sciurus vulgaris
Klasse: Säugetiere
Ordnung: Nagetiere
Familie: Hörnchen
Körperlänge: etwa 20–25 cm
Schwanzlänge: bis etwa 20–22 cm
Gewicht: ungefähr 200–480 g
Lebenserwartung: durchschnittlich etwa 3 Jahre, einzelne Tiere können deutlich älter werden
Aussehen: Fellfarbe von hellrot über braun bis fast schwarz; Bauch weiß bis cremefarben; buschiger Schwanz und auffällige Ohrpinsel
Ernährungstyp: Allesfresser
Nahrung: Nüsse, Samen, Baumfrüchte, Knospen, Triebe, Beeren, Pilze sowie gelegentlich Insekten und Vogeleier
Verbreitung: Europa und große Teile Nord- und Ostasiens bis nach Russland, China, Korea und Japan
Lebensraum: Laub-, Misch- und Nadelwälder sowie Parks und größere Gärten
Natürliche Feinde: vor allem Baummarder, Habicht und Hauskatzen
Geschlechtsreife: innerhalb des ersten Lebensjahres
Paarungszeit: etwa Ende Dezember/Anfang Januar bis in den Sommer
Tragzeit: etwa 36–42 Tage
Wurfgröße: durchschnittlich etwa 4 Junge
Würfe pro Jahr: meist ein bis zwei
Sozialverhalten: überwiegend Einzelgänger; zur Paarungszeit kommen die Tiere zusammen.
Schutzstatus: nicht gefährdet – „Least Concern“.




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